"Haus auf Korsika": Neues Leben am Ende der Welt
Von Magdalena Miedl | 13.09.2012 - 13:45
Als die fast 30-jährige Christina (Christelle Cornil) allerdings vom Testament ihrer geliebten Großmutter erfährt, ist sie vor allem erschrocken: Was soll sie, die sich daheim in Belgien mit einem schlecht bezahlten Servierjob in der Pizzeria ihres Beinahe-Schwiegervaters über Wasser hält, mit einem baufälligen Steinhaus irgendwo in den nördlichen Bergen von Korsika?
Doch als ihre Familie und die Familie ihres Freundes sie zum Verkauf drängen, wird sie stur: Warum soll sie sich das Haus nicht zumindest ansehen? Zu lang hat sie immer nachgegeben, wenn ihr arbeitsloser Vater ihr aus Angst zu vernünftigen Entscheidungen riet, wenn ihr Freund den Kopf schüttelte, nur weil sie einmal ausbrechen wollte, wenn ihr Kunststudium plötzlich zu teuer und ihr Talent nichts mehr wert war. So fährt sie einfach los, ohne Absprache, nur mit einem Foto des Hauses und einer Adresse in der Hand.
Am Ziel ihrer Reise entdeckt sie ein karges, hartes, aber reizvolles Land, und dabei auch die wahre Geschichte ihrer Großmutter, die so anders verlaufen ist, als Christina immer gedacht hat. Dass es auf der Insel nicht nur Bauruinen, sondern auch gastfreundliche alte Damen und schweigsame, grau melierte Schäfer gibt, macht Christinas Entscheidung nicht vernünftiger. Genau das ist aber der Reiz dieses kleinen Films: "Das Haus auf Korsika" kommt glücklicherweise mit einem Minimum an Kitsch aus, macht dafür aber große Lust auf Unvernunft.
Das Haus auf Korsika. Liebesfilm, Belgien/ Frankreich 2011. Regie: Pierre Duculot. Mit Christelle Cornil, François Vincentelli, Jean-Jacques Rausin, Pierre Nisse. Start: 14.9.
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