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"Django Unchained": Superheld sprengt Ketten aus Blut

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Ein Sklave wird zum Rächer und ein Zahnarzt assistiert dabei: "Django Unchained" von Quentin Tarantino läuft ab Freitag in den heimischen Kinos.

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Leonardo DiCaprio in „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Leonardo DiCaprio in „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“. Bild: SN/Sony Pictures

Impressionen aus „Django Unchained“.

Bild: SN/Sony Pictures

Auch Quentin Tarantino lässt sich einen kurzen Auftritt nicht nehmen. Bild: SN/Sony Pictures

Auch Quentin Tarantino lässt sich einen kurzen Auftritt nicht nehmen.

Bild: SN/Sony Pictures




Ein reisender Zahnarzt, der seinen Unterhalt als Kopfgeldjäger verdient: Dr. King Schulz (Oscar-Preisträger Christoph Waltz, "Inglourious Basterds") ist ein ziemlich untypischer Sklavenbefreier in "Django Unchained" von Quentin Tarantino - wie auch fast alles andere unerwartet ist an diesem Film. Filmstart ist am Freitag.

Zu Beginn ist Dr. Schulz mit seinem merkwürdigen Zahnarztwägelchen unterwegs durch einen finsteren Wald, auf der Suche nach einem Mann, der für ihn eine Verbrecherfamilie identifizieren kann. Er trifft auf eine Gruppe schwarzer Sklaven, die zum nächsten Markt getrieben werden.

Nach einem höflichen Verkaufsgespräch sind die Sklavenhändler tot, die Ketten gesprengt und Schulz hat seinen Informanten: Django (Oscar-Preisträger Jamie Foxx, "Ray") kennt die verbrecherischen Brüder, hinter denen Schulz her ist. Er wurde in Gefangenschaft geboren, hat nie ein anderes Leben gekannt, und er ist auf der Suche nach seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington), die in den Süden verkauft wurde. Schulz bietet ihm ein Geschäft an: Für seine Hilfe bei der Kopfgeldjagd gibt er ihm seine Freiheit, bringt ihm den Umgang mit Waffen bei und will ihm helfen, seine Broomhilda zu retten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen zuerst allerdings einige Sklavenhalter ausgetrickst (Don Johnson und Leonardo DiCaprio, präzis diabolisch), der Ku-Klux-Klan besiegt (in einer Sequenz, die direkt von den Monty Pythons stammen könnte) und eine perfekte Tarnung erfunden werden: Django Freeman und Dr. King Schulz sind unterwegs als Geschäftsmänner, die für den berüchtigten Mandingo-Zweikampf, eine Art Hahnenkampf um Leben und Tod, starke Sklaven suchen.

In seiner Liebe zum Genre des Exploitationkinos der 1960er- bis 1980er-Jahre zitiert Tarantino in jeder Szene einen anderen Film - allen voran Sergio Corbuccis Spaghettiwestern "Django" (1966) mit Franco Nero, der hier einen Cameo-Auftritt hat.

"Django Unchained" funktioniert als große afroamerikanische Rachefantasie für die Sklaverei ähnlich wie "Inglourious Basterds" (2010) für den Holocaust. Der Film ist intelligent kalkulierter Genremix, der das Westerngenre auf den Kopf stellt: In dieser schematisierten Welt, in der Minderheiten sonst nur als Opfer oder bestenfalls als Feinde vorkommen, ist es ausgerechnet einer mit dunkler Haut, der zum gerechten Rächer wird, zum Superhelden seines Volkes. Und ein anderer mit dunkler Haut, ein devoter Sklave (Samuel L. Jackson), der sich als bester Freund seines Herrn versteht, ist der eigentliche Bösewicht. Dieses Motiv fügt dem Film viel Komplexität hinzu.

Tarantinos Filme rühren Tabus an. Dass er dabei die Mittel des Exploitationkinos ("Ausbeutung", "Verwertung") nutzt, um einen Mann aus einem traditionell ausgebeuteten Volk zum Helden zu ermächtigen, ist in sich brillant.

Seine Filmsprache hat sich seit "Kill Bill" verfeinert: Wo Tarantino früher Gewalt vor allem ironisch einsetzte, wo etwa ein unabsichtlicher Kopfschuss das Publikum zum Lachen reizen sollte, will die schockierende Brutalität in "Django Unchained" nicht mehr nur durch Übertreibung unterhalten, sondern vor allem plakativ die absurde Ungerechtigkeit der Sklaverei vorführen. Egal ob man diese Methode schätzt: Der Film provoziert seine Zuschauer, sich mit einem schmerzhaften und wichtigen Thema zu befassen. Er öffnet Wunden und Gespräche.

 
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