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"Der Lorax": Ein Waldgnom warnt vor der Profitgier

Von (sn-lena). | 19.07.2012 - 08:08

Der Ökokinderheld "Der Lorax" kommt ins Kino - und wird dabei ganz nebenbei als Werbefigur für einen Automobilkonzern missbraucht. Vom antikapitalistischen Lorax aus dem Kinderbuch bleibt wenig übrig.

"Der Lorax": Ein Waldgnom warnt vor der Profitgier

Der Waldgnom Lorax. Bild: SN/UPI

Der Lorax ist ein pelziger Waldgnom, ein guter Geist, der im Namen der Bäume spricht und auf das Gleichgewicht im Wald aufpasst: Die Figur, die der US-Kinderbuchautor Dr. Seuss (1904-1991) Anfang der Siebzigerjahre erfunden hat, gehört für US-amerikanische Grundschüler so sehr zum Repertoire wie für hiesige Kinder Pippi Langstrumpf. Ab Freitag gibt es den Lorax auch bei uns im Kino, doch die grüne Botschaft hat einen Knacks bekommen.

In der psychedelisch illustrierten Buchvorlage erfährt ein Bub von einem fremden Einsiedler, dass es keine Bäume mehr gibt, weil der Fremde einst mit einer sinnlosen, aber modischen Erfindung die Rodung der Wälder ausgelöst hatte - entgegen den eindringlichen Warnungen des orange bepelzten Lorax. Nun liegt um die bunte Plastikstadt Thneedville, in der der Bub aufgewachsen ist, eine öde Stoppellandschaft, von niedlichen Waldtieren und wuscheligen rosa Wattebäumen keine Spur.

Die antikapitalistische Botschaft des Buchs, das vor wirtschaftlicher Gier warnt und für Achtung gegenüber der Umwelt wirbt, war nur der holzverarbeitenden Industrie ein Dorn im Auge; im Übrigen ist sie in ihrer bedingungslosen Sanftheit moralisch unangreifbar. Nach erfolgreichen Verfilmungen von Dr.-Seuss-Klassikern wie "Der Grinch" oder "Horton hört ein Hu!" lag auch eine Lorax-Kinoversion nahe, zuckerlfarbig und für die junge Zielgruppe ansprechend wuschelig animiert: In der durchdesignten Stadt Thneedville ist alles aus Hochglanzplastik, Häuser, Straßen und sogar die Bäume. Und alles ist käuflich, sogar saubere Luft, die es nur in Flaschen abgefüllt gibt. Den Plastiktraum hat Profitgier zum Albtraum werden lassen: Thneedville ist umgeben von den Baumstümpfen der Wälder, die den Reichtum der Stadt begründet haben.

Der kleine Ted (gesprochen von Zac Efron) kennt dies nicht anders. Doch seine Nachbarin, für die Ted heimlich schwärmt, wünscht sich einen echten Baum. Anstatt dass sich das Mädchen selbst auf den Weg macht, zieht Ted los, um herauszufinden, wo denn die Bäume geblieben sind. Er erfährt dabei nicht nur, warum die Wälder abgeholzt wurden und wer der Lorax ist, sondern auch, wie alles wieder gut werden kann.

Leider ist "Der Lorax" fast penetrant in seiner pädagogischen Heilsbotschaft, ohne dabei nur ansatzweise die Leidenschaft seiner Vorlage zu vermitteln.

Übel ist allerdings, wie die Warnung des "Lorax" vor blinder Marktgläubigkeit in der Marketingschlacht rund um den Film als Teil der Kampagne eines japanischen Autounternehmens in den USA in ihr Gegenteil verkehrt worden ist.
Der Lorax. Animationsfilm. Regie: Chris Renaud. Im Original mit den Stimmen von Danny DeVito, Zac Efron, Taylor Swift. Start: 26. 7.

 
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