Ab ins Formel-1-Cockpit
Von Bernhard Maurer | 04.10.2012 - 12:50
Bevor man sich ins virtuelle Cockpit setzen kann startet F1 2012 mit einem Fahrertraining unter dem Titel "Young Drivers Test". Hier hat der Spieler die Auswahl zwischen drei Teams für den Karrierestart (Red Bull, Ferrari oder McLaren).
Von den Ingenieuren im Team wird man über Grundlegende Fahrtechniken und Setups aufgeklärt. Was auch bitter notwendig ist, denn wer dieses Training überspringt wird es zu Beginn relativ schwer haben seinen Boliden auf der Strecke zu halten.
Grundsätzlich ist der Schwierigkeitsgrad in F1 2012 dem einer Rennsimulation entsprechend eher hoch. Zwar gibt es eine ganze Reihe an altbekannten Fahrhilfen wie ABS, Traktionskontrolle und Bremshilfen, doch selbst mit all diesen kleinen Helfern bleibt das Ziel ein komplettes Rennen unbeschadet zu überstehen ein nicht allzu leichtes Unterfangen. Wer trotzdem einmal durch einen Ausritt ins Kiesbett die WM-Chancen vergibt kann die eingebauten Rückblenden nutzen um ähnlich einem Prince of Persia die Zeit zurückzudrehen und an eine Stelle vor dem Crash zu springen.
Wer das komplette Rennfahrer-Erlebnis mitbekommen möchte kann sein Glück im Karriere-modus versuchen. Hier wird über mehrere Formel 1 Saisonen gefahren, mit allem was dazu gehört. Man erhält Mails vom Teamchef, Streckeninfos von den Ingenieuren und bekommt Pressemitteilungen über das aktuelle Saisongeschehen und Fahrerkarussell. Das erfolgreiche Ablegen eines Rennwochenendes samt freiem Training, Qualifying und natürlich Rennen kann sich als kompliziertes unterfangen herausstellen. Vor allem die Qualifyings waren selten so spannend wie dieses Jahr. Der Weg, und das oft bange Abwarten ob man es von der zweiten in die dritte Qualifying-Session Q3 geschafft hat, ist oft mit einigem Zittern im Cockpit mit Blick auf die Zeitmessung der Konkurrenz verbunden.
Der taktische Einsatz aller Möglichkeiten während des Rennens ist der Schlüssel zum Sieg. Wer mit den Ressourcen des Autos nicht umzugehen weiß, wird beispielsweise häufig Reifenproblemen gegenüberstehen. Diese verändern ihre Fahreigenschaften sehr stark während des Rennens, je nach Beanspruchung durch den Fahrstil des Spielers. Mit Dingen wie DRS (Heckflügel während des Rennens verstellen) und KERS (Boost pro Runde) kommen weitere Komponenten hinzu die das Rennen wesentlich taktischer aber dadurch auch komplexer machen. Auch das dynamisch einsetzende Wetter kann einem schon mal einen Strich durch die Rechnung machen und das gesamte Renngeschehen sowie die vorher ausgetüftelte Renntaktik über den Haufen werfen.
Die KI-Gegner können äußerst hartnäckig sein wenn es darum geht einen Platz zurückzugewinnen, verhalten sich hierbei jedoch nie unfair. Selbst das freimachen der Ideallinie während der eigenen Fliegenden Qualifying-Runde funktioniert überraschend gut. Das Fahrgefühl selbst ist äußerst rund, ebenso wie die gesamte Präsentation des Spiels. Alles wird sehr schön in Szene gesetzt und mit teils recht epischer und aufstachelnder Musik untermalt.
Bei der Auswahl der Teams stehen im Karriere-modus leider nicht alle Rennställe zur Verfügung. Wobei der Entwickler hier nicht auf die vermeintlich "schlechteren" Teams verzichtet sondern auch auf Top-Teams wie etwa Ferrari, welche allerdings im Trainingslager sehr wohl zur Verfügung stehen?!
Grafisch bleiben in der vorliegenden PS3-Fassung auch wenig Wünsche offen. Lediglich die Umgebungsmodelle, an denen man aber ohnehin meist relativ schnell vorbeirauscht, sehen etwas lieblos und schlecht aufgelöst aus.
Selbst zu frühen Zeitpunkten im Spiel, etwa ganz am beginn einer Karriere kommt die spannende Gesamtatmosphäre zum Tragen. Alles wirkt in sich stimmig - von der Kamerafahrt vor dem Start, der Perspektive aus dem Cockpit über die Funksprüche der Boxencrew bis hin zu den spannenden Boxenstops selbst.
Was vielen Fans des Vorgängers sauer aufstoßen wird ist das Fehlen des beliebten Gran Prix Modus. Ersetzt wurde dieser unter anderem mit dem "Champions-Mode". Hier kann der Spieler in verschiedenen Szenarien gegen eine Reihe von Weltmeistern fahren. Darüber hinaus gibt es noch den obligatorischen Split-Screen sowie Online-Modus.
Fazit
Auch wenn die Auswahl der Teams schwer nachzuvollziehen ist bleibt mit F1 2012 ein sehr guter Ableger der Serie welcher mit hervorragender Atmosphäre und Spieltiefe zu überzeugen weiß. Wer seinen Rennwagen gekonnt über den Kurs zirkeln will kann und muss in dieses Spiel richtig viel Zeit investieren, wird jedoch auch mit einer sehr guten Rennsimulation belohnt.
Infos zum Spiel
Name des Spiels: F1 2012
Erschienen für: PS3, XBOX 360, PC
Entwickler: Codemasters
Herausgeber: Codemasters / Namco Bandai
Preis: € 54.99
Freigegeben: ab 3 Jahren (PEGI)
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