EU für Flüchtlingsansturm aus Syrien bereit
Von Apa/dpa | 23.07.2012 - 11:15
Rund 200.000 Europäer, Amerikaner und andere Drittstaatler sollen im Notfall nach Zypern in Sicherheit gebracht werden. So viele Menschen müssten ihre Gastländer Syrien und Libanon bei einer weiteren Verschärfung der Lage wohl verlassen. Dann könnten die Evakuierten auf Zypern für mindestens 48 Stunden ein Dach über dem Kopf und Versorgung finden. "Die Vorbereitungen dafür sind abgeschlossen", sagte Ministerin Mavrou. "Wir haben schon festgelegt, wo wir die Evakuierten unterbringen werden." Mehrere EU-Regierungen hätten inzwischen Experten nach Nikosia geschickt, um die Betreuung ihrer Landsleute zu organisieren. Österreich wird bei dem Treffen durch Wilhelm Sandrisser, Leiter der Abteilung Sicherheitspolitik, Internationales und EU des Innenministeriums vertreten.
Der kleine Inselstaat Zypern, der derzeit die EU-Präsidentschaft innehat, liegt im Mittelmeer vor der Haustür Syriens. Die Hafenstadt Famagusta ist nur etwa 170 Kilometer von Syrien entfernt. Flüchtlinge könnten aber auch über die Türkei und der international nicht anerkannten "Türkischen Republik Nordzypern" über die lange grüne Grenze in den Süden gelangen.
Die EU-Minister diskutierten bei dem Treffen über die Unterstützung von Flüchtlingen in Syriens Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien und Irak, wo rund 120.000 Menschen gestrandet sind. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte von den EU-Ländern mehr finanzielle Hilfe. Nach UNO-Schätzung werden aktuell 193 Millionen US-Dollar (159 Mio. Euro) gebraucht - bisher sei nur ein Bruchteil davon zusammengekommen, auch wegen der Schuldenkrise in Europa.
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