Syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo unter Feuer
Von Apa/dpa/ag. | 31.07.2012 - 20:56

Situation in Aleppo ist unübersichtlich. Bild: SN/apa (archiv/epa)
Hunderttausende sind bereits geflohen, viele andere sitzen fest. Die unübersichtlichen Fronten ziehen sich mitten durch Wohngebiete.
Die Aufständischen kämpften sich in Aleppo nach eigenen Angaben Richtung Stadtzentrum vor. Das Militär beschoss die Viertel in Rebellenhand mit Artillerie und Hubschraubern. Nach Angaben von Aktivisten droht eine humanitäre Katastrophe. Mindestens 70 Menschen starben in Syrien binnen weniger Stunden. Allein etwa 40 Polizisten sollen nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter in Aleppo getötet worden sein, als Hunderte Rebellen in mehrstündigem Kampf zwei Polizeistationen eroberten.
Nach UNO-Angaben leiden mindestens zwei Millionen Menschen unter der Gewalt im Land. Die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, forderte Gefechtspausen, damit sich Zivilisten ohne Furcht um ihr Leben aus den Kampfgebieten retten können. "Syrien gleitet in eine humanitäre Tragödie gewaltigen Ausmaßes ab", sagte sie in Brüssel.
Der syrische Dissident und Menschenrechtsanwalt Haitham al-Maleh erklärte unterdessen, ein neues Oppositionsbündnis habe ihn mit der Bildung einer syrischen Exilregierung mit Sitz in Kairo beauftragt. Er werde "mit allen Kräften der Opposition sprechen", sagte der 81-Jährige konservative Muslim auf einer Pressekonferenz in der ägyptischen Hauptstadt. Zuvor hatte bereits der oppositionelle "Syrische Nationalrat" (SNC) Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung angekündigt.
Mitteilungen
