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Rollstuhl statt Disco für die Trackshittaz

Von Maria Mackinger | 24.05.2012 - 10:46

Die Trackshittaz wirkten nach dem Aus beim Song Contest gefasst - ORF-Unterhaltungschef denkt nicht an einen Show-Ausstieg.

Rollstuhl statt Disco für die Trackshittaz

Der verletzte Manuel Hoffelner wird von Lukas Plöchl im Rollstuhl geschoben. Bild: SN/APA

Am Tag danach versuchte sich der eine am Hotelpool von seiner Enttäuschung abzulenken, während beim anderen der körperliche Schmerz jenen über des Song-Contest-Aus fast noch übertraf. Manuel Hoffelner von den Trackshittaz hatte sich am Dienstagabend bei seinen Tanzeinlagen zu "Woki mit deim Popo" in der Crystal Hall in Baku am Knie verletzt - für die Fernsehzuschauer (bis zu 770.000 auf ORF eins) nicht zu erkennen, für seinen Bandkollegen Lukas Plöchl sehr wohl. Dass beide danach beim Voting kein Ticket für das Finale ergattern konnten, sorgte um zwei Uhr nachts dann endgültig für Niedergeschlagenheit.

Dafür freuten sich Rumänien, Moldawien, Island, Ungarn, Dänemark, Albanien, Zypern, Griechenland, Irland und die längst favorisierten Russen, dass sie es in die Samstag-Show geschafft haben. Während sich die Interpreten aus diesen Ländern bei der Sieger-Pressekonferenz von den Medienvertretern feiern ließen, schob Plöchl ein paar Meter entfernt seinen Freund Hoffelner im Rollstuhl zur Österreicher-Delegation, um zumindest ein paar Worte für das in diesem Moment Unerklärliche zu finden.

"In echt tut’s sicher viel mehr weh, wir brauchen da gar nicht lang cool herumreden", sagte Plöchl spätnachts. Am nächsten Tag war bei den beiden "Analerotikern", wie die deutsche Tageszeitung "taz" das Duo bezeichnete, dann doch die alte Coolness zurück. "Ich hab zwei Bier getrunken und bin dann ins Bett", meinte Hoffelner, der sich daheim in Österreich demnächst einer Kreuzband-Operation unterziehen muss. Heute, Donnerstag, fliegt der nach Hause - Kollege Plöchl bleibt noch in Baku, "um mich zu erholen und von den anderen Kandidaten zu lernen".

ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm freute sich am Mittwoch zumindest über die starken Einschaltquoten. Das frühzeitige Aus der Österreicher sei eine große Enttäuschung gewesen. "Wir haben intensiv und gut gearbeitet, die Burschen haben sich professionell vorbereitet, ihre Show war perfekt. Aber das ist nun einmal ein Wettkampf, zehn kommen weiter, acht scheiden aus. So ist das eben."

Trackshittaz seien vom österreichischen Publikum beim Vorentscheid ausgesucht worden und damit die richtigen Kandidaten für den Song Contest gewesen. "Sie haben sich in Baku perfekt präsentiert. Schade, dass es ihnen nicht gelungen ist, weiterzukommen. Aber man kann niemandem die Schuld dafür geben." Nun an einen Song-Contest-Ausstieg zu denken, wäre unsportlich. "Wie wir nächstes Jahr die Auswahl treffen, werden wir uns überlegen. Der Song Contest ist in den letzten zwei, drei Jahren wieder zu einem Thema in Österreich geworden. Da steigen wir nicht aus."

Zu den großen Favoriten zähle nun - nicht nur seiner Meinung nach - Russland. "Da treten sechs alte Bäuerinnen in Tracht beim Song Contest auf - wer hätte geglaubt, dass die so einschlagen? Es ist im Show-Geschäft nicht alles erklärbar, sonst wär’s ja fad."

Heute (21 Uhr, ORF eins) werden im zweiten Halbfinale die letzten zehn Startplätze für das große Finale am Samstag vergeben. Das Hauptaugenmerk liegt dabei wohl auf der schwedischen Sängerin Loreen, die mit einer David-Guetta-ähnlichen Disconummer bei den Buchmachern ganz vorn liegt.

 
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