"easy" - Beschäftigungsprojekt in Salzburg startet
Von Angelika Wienerroither | 31.05.2012 - 14:30
Die Wände der Räumlichkeiten in der Lastenstraße in Salzburg sind noch weiß und kahl. "Das wird sich ab Freitag ändern", sagt Beatrix Selih. Die Leiterin des Jugendbeschäftigungsprojekts "easy" will nämlich zusammen mit den Teilnehmern Bilder malen und Graffitis sprühen, die die Wände verschönern sollen. Das Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen in Krisensituationen wieder einen Start in ein geregeltes Leben zu ermöglichen. Für ihre Tätigkeit werden die 15- bis 18-Jährigen mit fünf Euro pro Stunde entlohnt. "Wichtig ist, dass sich die Teilnehmer mit dem Projekt identifizieren. Das wird mit den Bildern erreicht", sagt Selih.
Doch was passiert, wenn alle Wände bunt sind? "Die Teilnehmer können kleine Projekte anfangen, sich in der Werkstatt kreativ betätigen." Kuschelpolster und Holzfiguren aber auch Spiele und kleine Monster sollen angefertigt werden.
Klingt gut. Einfach wird es dennoch nicht, die Jugendlichen für das Projekt der Caritas zu begeistern. Denn "easy" ist für junge Erwachsene gedacht, die auf die schiefe Bahn geraten sind. Schulabbrecher, junge Obdach- und Arbeitslose sind dabei. "Wir wollen Jugendliche in Krisensituationen eine Chance geben, sich selbst auszuprobieren", sagt die Projektleiterin. Ganz ohne Druck, die Teilnehmer können selbst entscheiden, wann und ob sie kommen. "Wir hoffen, dass die fünf Euro pro Arbeitsstunde und der Wohlfühl-Faktor ein Anreiz sind, immer wieder zu kommen." Das Gefühl, etwas geleistet zu haben und dafür entlohnt zu werden sei ein Ansporn, sich wieder ins "easy" aufzumachen.
Acht Jugendliche können das Team aus Ergotherapeutin und zwei Sozialpädagogen gleichzeitig betreuen. Nach und nach lernen die Teilnehmer dabei, wie es ist, einen strukturierten Tag mit aufstehen, arbeiten und Freizeit zu haben. Damit ist das von dem Land Salzburg finanzierte Projekt ein erster Schritt in regelmäßige Tätigkeiten - und damit der Anfang eines geregelten Lebens.
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