Athen stimmt EU-IWF-Sparpaket zu
Von Apa/dpa/ag. | 09.02.2012 - 00:52

Griechenlands Regierungschef Lucas Papademos kann wieder lachen. Bild: SN/EPA/Panagiotou
Die Spitzen der drei Regierungsparteien stimmte in Athen den von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderten Einschnitten zu. Am Abend zeigten sich die Euro-Finanzminister skeptisch, ob die Zusagen ausreichen.
Die Gespräche zwischen der Regierung und der Troika aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission seien am Donnerstagmorgen erfolgreich abgeschlossen worden, erklärte der griechische Ministerpräsident Papademos und fügte hinzu: "Die Parteichefs haben dem Ergebnis zugestimmt." Der Sanierungsplan ist Bedingung für das zweite, auf 130 Milliarden Euro taxierte Kreditpaket der Euro-Länder und des IWF für das überschuldete Land. Griechenland braucht bis Mitte März frisches Geld, andernfalls droht dem Land die Pleite.
Am Abend sollten die Euro-Finanzminister über den neuen Rettungsplan beraten. Er sieht Einsparungen über 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder 3,3 Milliarden Euro allein 2012 vor. Griechenlands Finanzminister Venizelos hofft nach eigenen Worten auf ein Ja zum Kreditpaket. Doch in EU-Kreisen hieß es, eine abschließende Entscheidung sei nicht zu erwarten. Österreichs Finanzministerin Fekter zeigte sich skeptisch. Die Geduld, von jenen die helfen, werde ziemlich strapaziert, so Fekter. Man müsse nun die Fortschritte der Griechen bei den Reformbemühungen genau prüfen.
Allerdings sollen die Griechen grünes Licht erhalten, um in der kommenden Woche den privaten Gläubigern ein Angebot zum Schuldentausch zu unterbreiten. Das überschuldete Euro-Land soll durch den Forderungsverzicht um rund 100 seiner über 350 Milliarden Euro Schulden entlastet werden. Laut Venizelos haben die Banken einer Vereinbarung zugestimmt.
Die Bevölkerung in Griechenland wehrt sich immer stärker gegen die Strategie der Troika - hartes Sparen und Reformen für mehr Wachstum. Die Gewerkschaften riefen aus Protest gegen die Sparauflagen zu einem zweitägigen Generalstreik am Freitag und Samstag auf. Zur neuen Streichliste gehört eine Kürzung des Mindestlohn von monatlich rund 750 Euro um 22 Prozent. Am Donnerstagabend protestierten Tausende Menschen in Athen gegen das neue harte Sparprogramm.
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