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Weiter Gezerre um Hilfspaket für Griechenland

Von Apa/dpa | 04.02.2012 - 12:11

In Griechenland gehen die Gespräche über einen Schuldenschnitt weiter. Finanzminister Evangelos Venizelos verhandelte bis in die frühen Morgenstunden mit Vertretern der EU, des IWF und der EZB.

Weiter Gezerre um Hilfspaket für Griechenland

Venizelos verhandelte zwölf Stunden mit Troika. Bild: SN/apa (epa)

Es herrsche aber weiterhin Unstimmigkeiten über die Reform des Arbeitsmarkts und weitere Sparmaßnahmen. "Die Ungeduld ist groß", sagte Venizelos. "Es wird viel Druck gemacht - nicht nur von den drei Institutionen der Troika, sondern auch von den Mitgliedsstaaten der Euro-Zone, von denen jeder seine eigenen Kriterien, Probleme und Prioritäten hat." Bis Sonntagnacht müsse aber eine Einigung stehen.
Über Griechenlands Zukunft laufen derzeit Gespräche auf zwei Ebenen: Zum einen verhandelt die Regierung in Athen mit ihren öffentlichen Geldgebern über die Bedingungen für ein zweites Hilfspaket im Umfang von voraussichtlich 130 Milliarden Euro. Zum anderen feilt sie mit ihren privaten Gläubigern an den letzten Details eines in Grundzügen bereits vereinbarten Anleihentauschs, mit dem die Schuldenlast um 100 Milliarden Euro verringert werden soll. Der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, wird dazu am Samstag in Athen erwartet. Eine Einigung mit den Privatgläubigern ist Voraussetzung für das zweite Hilfspaket.
Die Reform-Beratungen innerhalb der griechischen Regierung ziehen sich hin. Ein ursprünglich für Samstag von Ministerpräsident Lucas Papademos anberaumtes Treffen aller Chefs der in der Koalition vertretenen Parteien sei nun auf Sonntag verlegt worden, sagte ein Regierungsvertreter. Die Troika der öffentlichen Geldgeberbestehend aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) verlangt innenpolitische Geschlossenheit und eine Unterstützung der Sparmaßnahmen durch alle großen Parteien. Viele griechische Politiker wollen im Vorfeld der Parlamentswahl im April aber nicht direkt mit den schmerzhaften Einschnitten in Verbindung gebracht werden.
Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, hat Athen nun mit einem Ende der EU-Hilfen gedroht und hält mittlerweile auch eine Pleite des Landes für möglich. Sollten die notwendigen Reformen nicht umgesetzt werden, könne Griechenland keine "Solidaritätsleistungen" erwarten, sagte Juncker dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dann müsse Athen schon in zwei Monaten Insolvenz anmelden.

 
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