Griechenland braucht mehr Milliarden für Rettung
Von Apa/dpa | 03.02.2012 - 20:48

Schwere Zeiten für Finanzminister Venizelos. Bild: SN/apa (epa)
Griechenland verhandelt seit Wochen mit seinen Privatgläubigern über einen freiwilligen Schuldenerlass, der das von der Pleite bedrohte Land um rund hundert Milliarden Euro entlasten soll. Ein erfolgreicher Abschluss der zähen Verhandlungen und das Ergebnis einer Prüfung der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zu Reform- und Sparanstrengungen der griechischen Regierung sind die Voraussetzungen dafür, dass auch die Verhandlungen über ein zweites Hilfspaket abgeschlossen werden können.
Die Verhandlungen entwickeln sich aber zunehmend zur Zitterpartie. Der griechische Regierungschef Papademos erklärte zwar am Freitag, die Gespräche mit den privaten Gläubigern seien in der "Endphase". Ein zunächst für Montag angedachtes Treffen der Euro-Finanzminister zur Beratung über folgende Schritte soll aber an diesem Tag definitiv noch nicht stattfinden. Das bedeutet, dass bis zum Wochenbeginn nicht mit belastbaren Ergebnissen bei den Griechenland-Verhandlungen gerechnet wird. EU-Diplomaten warnten vor weiteren Verzögerungen: "Die Zeit läuft ab."
Das geplante zweite Hilfspaket könnte einen Umfang von 145 bis 150 Milliarden Euro haben, sagten EU-Diplomaten am Freitag in Brüssel. EU und IWF waren bisher von 130 Milliarden Euro ausgegangen. Grund für den Mehrbedarf ist vor allem die verschlechterte wirtschaftliche Lage.
Papademos soll nach Informationen aus Athener Regierungskreisen mit Rücktrittsdrohungen Druck auf die regierungsstützenden Parteien ausüben, um seine Sparpolitik durchzusetzen. In der griechischen Presse gab es zudem Informationen, wonach Papademos plane, am Montag zurückzutreten, wenn die Sozialisten und die Konservativen seinen mit den internationalen Geldgebern ausgehandelten Spar- und Stabilisierungsplan nicht voll unterstützten.
In Brüssel wurde deutlich, dass die Einbeziehung von Banken und Versicherungen - sie nehmen den Schuldenschnitt hin - nicht ausreicht, um Griechenland auf die Beine zu bekommen. "Die Privatsektorbeteiligung reicht nicht aus, um den Schuldenstand bis zum Ende des Jahrzehnts auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken", sagte ein Experte.
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