Hellas-Schuldenschnitt frühestens nächste Woche
Von Apa/ag. | 29.01.2012 - 18:33

In den Verhandlungen über ein zweites Hilfspaket drängte Deutschland Finanzkreisen zufolge Griechenland dazu, Kontrolle über seine Haushaltspolitik an europäische Institutionen abzugeben.
Die IIF-Verhandlungsführer Charles Dallara und Jean Lemierre sollen am Sonntag das hoch verschuldete Land verlassen, weiterhin aber in Kontakt mit den griechischen Behörden bleiben. In den Verhandlungen am Samstag seien weitere Fortschritte erzielt worden, erklärte der Verband. Die Gespräche über einen Forderungsverzicht privater Hellas-Gläubiger standen mehrmals vor dem Aus. Eine Beteiligung der privaten Gläubiger ist Voraussetzung für ein zweites Hilfspaket für Griechenland über derzeit geplante 130 Milliarden Euro. Aufgrund der verschlechterten Wirtschaftslage gibt es aber immer mehr Stimmen, die einen höheren Finanzbedarf sehen.
In den Verhandlungen geht es darum, dass private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Hedgefonds dem hochverschuldeten Land die Hälfte der Schulden erlassen. Das entspricht rund 100 Milliarden Euro. Scheitern die Verhandlungen mit den Banken, ist die Auszahlung weiterer Hilfskredite offen. Seit längerem deutet sich an, dass der Schuldenschnitt der privaten Gläubiger - neben Banken auch Versicherer und Hedgefonds - höher ausfallen wird als die ursprünglich vereinbarten 50 Prozent.
Venizelos kam nach Angaben eines Regierungsvertreters unmittelbar nach den Gesprächen zu einem vorher nicht angekündigten Treffen mit Vertretern der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zusammen. Dabei sollte es um die von der Troika geforderten strikten Sparmaßnahmen gehen.
Unterdessen wurden in Berliner Regierungskreisen Berichte bestätigt, es werde in der Euro-Gruppe diskutiert, Athen sollte für einen gewissen Zeitraum die Souveränität über seinen Haushalt abgeben. Athen reagierte am Samstag mit klarer Ablehnung. "Darüber wird nicht geredet", hieß es aus Regierungskreisen. Auch die EU-Kommission wies die Forderungen zurück.
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