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Bewegung bei Griechenland-Verhandlungen

Von Apa/dpa | 07.02.2012 - 21:17

In den monatelangen Verhandlungen im griechischen Schuldendrama gibt es offenbar echte Fortschritte. Die deutsche Kanzlerin Merkel hält es für möglich, dass die Verhandlungen über neue Sparanstrengungen Athens bis Donnerstag abgeschlossen sind.

Bewegung bei Griechenland-Verhandlungen

Proteste vor dem Parlament. Bild: SN/apa (epa)

Es sei denkbar, dass ein Bericht der internationalen Finanzkontrolleure - Voraussetzung für weitere 130 Milliarden Euro - bis dahin fertig sei.
Es sei wahrscheinlich, dass die Finanzminister der Euro-Gruppe am Donnerstagabend tagen könnten, sagte Merkel in Berlin. Auch EU-Kommissionspräsident Barroso zeigte sich am Dienstag zuversichtlich. "Ich glaube, dass wir einer Einigung sehr nahe sind", erklärte er in Brüssel. Die Märkte reagierten positiv auf die hoffnungsvollen Signale. Der Euro legte kräftig zu und übersprang die Marke von 1,32 US-Dollar.
In Athen ging der Poker unterdessen weiter. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen erfuhr, ist die Sparliste fertig. Sie soll am Mittwoch von den Vorsitzenden der regierungsstützenden Parteien bei einem Spitzentreffen mit Ministerpräsident Papademos gebilligt werden. Ursprünglich war das Treffen für Dienstagabend geplant. Nach Angaben aus Papademos' Büro mussten aber noch "Feinheiten" des Sparprogramms mit den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber abgestimmt werden.
Auf der Streichliste stehen neben Einschnitten im privaten Sektor auch Kürzungen der Ausgaben für Medikamente, für Rüstung sowie Kappung von Zuschüssen für Städte und Gemeinden. Papademos ist auf breite innenpolitische Unterstützung angewiesen.
Derzeit verhandelt Athen mit der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) über neue Sparmaßnahmen, ohne die keine weiteren Hilfen fließen und die Staatspleite droht. Papademos wollte sich noch am Dienstagabend erneut mit der "Troika" treffen.
Aus Protest gegen das neue Sparprogramm machten Tausende Griechen mit einem 24-Stunden-Streik ihrem Ärger Luft. In Athen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei rund 10.000 Menschen bei strömendem Regen gegen die massiven Sparpläne. Am Rande kam es zu kleineren Zwischenfällen.

 
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