Von einer Krise ist keine Spur
Von Michael Unverdorben | 10.06.2012 - 21:03
Die erste Überraschung gab es beim Blick auf die Mannschaftsaufstellung: Spanien startete in die EURO 2012 ohne nominelle Sturmspitze. Anstelle von Fernando Torres oder Fernando Llorente stürmten beim amtierenden Welt- und Europameister die Mittelfeldspieler. Was auch immer sich Spaniens Teamchef Vicente del Bosque - gemeinhin als hoch angesehener Taktikfuchs bekannt - dabei gedacht hat, es war die falsche Entscheidung. Ein Stürmer fehlte an allen Ecken und Enden. Während Torres und Llorente an der Seitenlinie aufwärmten, versuchten David Silva, Andres Iniesta und Co. den Ball ins Tor zu tragen. Beide sind zweifellos exzellente Vorbereiter, aber keine Vollstrecker.
Die zweite ganz große Überraschung boten die Italiener. Nach einer taktisch disziplinierten, kämpferisch und spielerisch bemerkenswerten Leistung hat sich die "Squadra Azzurra" den Punktgewinn gegen den Titelverteidiger hoch verdient. Von einer Krise nach dem Wett- und Manipulationsskandal ist in Italiens Nationalteam jedenfalls keine Spur.
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