Kopf des Tages

Trapattoni: Nationaltrainer mit göttlichem Beistand

Von Sn/apa/ag | 10.06.2012 - 13:47

Am Sonntagabend beginnt auch für Giovanni Trapattoni und das irische Team die Fußball-EM. Dann spielt die Mannschaft mit dem ehemaligen Trainer von Red Bull Salzburg gegen Kroatien.

Trapattoni: Nationaltrainer mit göttlichem Beistand

Nationaltrainer von Irland und dem Vatikan: Giovanni Trapattoni. Bild: SN

Seit 2008 coacht "Trap" - so sein Spitzname - die irische Fußball-Nationalmannschaft. Mit der Qualifikation für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine gelang Irland erstmals seit der WM 2002 wieder die Teilnahme an einem großen Turnier. 14 Spiele in Serie ist Trapattoni mit Irland zudem ungeschlagen. Der impulsive Italiener brachte also durchaus den Erfolg nach Irland zurück, wenn auch der Fußball seiner Mannschaft nicht der mitreißendste ist.

Für den Spielstil seiner Elf wird sich der 73-Jährige, der als Spieler nur beim AC Mailand und bei Varese altiv war, aber nicht entschuldigen. "Die Ergebnisse sind das Entscheidende", erinnerte Trapattoni. "Das erste Spiel ist extrem wichtig. Wenn es zwei Unentschieden gibt, kann man sich auch mit vier Punkten qualifizieren", rechnete der "Mister" vor. Bei den weiteren Gruppengegnern Spanien und Italien wäre Irland im Viertelfinale eine echte Sensation - und Trapattonis Ansehen in Irland noch größer. Hohes Ansehen genießt "Trap" wohl auch beim Papst. Denn seit 2010 ist der gläubige Katholik auch Trainer der Fußballmannschaft des Vatikans. Sein Team besteht aus Theologie-Studenten, Priestern und Männern der Schweizer Garde.

In Salzburg, wo der 73-Jährige von 2006 bis 2008 unter Vertrag stand, war Trapattoni ähnlich wie nun in Irland immer wieder für seine vorsichtige Taktik kritisiert worden. Bei seinem Engagement in der Festspielstadt assistierte ihm auch Lothar Matthäus, der aber nach internen Differenzen vom Vorstand vorzeitig entlassen wurde. 2007 holte der Italiener mit RB Salzburg souverän mit 19 Punkten Vorsprung den österreichischen Meistertitel. Ein Jahr später, unter anderem nach einem blamablen 0:7 gegen Rapid Wien, war allerdings Schluss. Trapattoni ging nach Irland und entfachte dort eine neue Fußball-Euphorie. Ob die Euphorie der Iren auch bei der EM anhält, wird man spätestens nach dem Auftaktspiel der Iren am Sonntagabend wissen.

 
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