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"Super Mario" Gomez brachte Kritiker zum Schweigen

Von Apa | 14.06.2012 - 12:49

Tore - die derzeit einzige harte Währung in Europa. Mario Gomez besitzt sie momentan im Übermaß, am Mittwoch schoss Deutschlands Stürmer den Erzrivalen Niederlande im Alleingang k.o.

"Super Mario" Gomez brachte Kritiker zum Schweigen

Das Nervenkostüm hielt, die Frisur auch. Bild: SN/apa (epa)

"Super-Mario hat es seinen Kritikern gezeigt", tönt es aus den Schalmeien der Medien, Deutschland liegt dem in der Vergangenheit immer wieder in die Mangel genommenen "spanischen Schwaben" zu Füßen. "Es war Druck ohne Ende", sagte der Stürmer des FC Bayern nach getaner Arbeit gegen Oranje. Vor der Partie war der 26-Jährige getadelt worden, das Tor zum 1:0-Auftakterfolg über Portugal vermochte daran nichts zu ändern. Als Sprachrohr der Kritikerfraktion war mit Mehmet Scholl ausgerechnet ein im Sold der Münchner stehender TV-Experte aufgetreten. Die Quintessenz: Gomez sei sich zu schade für engagierte Arbeit auch in der Defensive.

Gomez, der bei der EM überraschend Miroslav Klose als Solospitze vorgezogen wird, verstand die Welt nicht mehr. "Ich war in den vergangenen fünf, sechs Jahren der erfolgreichste deutsche Stürmer, habe die vergangenen beiden Jahre in der modernen Champions League nach Lionel Messi die meisten Tore geschossen. Deshalb sehe ich keinen Grund, meinen Stil zu ändern", sagte er zu Wochenbeginn. Und das Nervenkostüm hielt - genauso gut wie die stets tadellos sitzende Frisur.

Mit teilweise farblosen Vorstellungen im Nationalteam hatte er seinen Kritikern in der Vergangenheit immer bereitwillig den Köder ausgelegt. Denn in der DFB-Auswahl konnte der zweifache Champions-League-Finalist bei Großereignissen bisher nicht überzeugen, blieb sowohl bei der EM 2008 als auch der WM 2010 farb- und torlos. Teamchef Joachim Löw schenkte ihm dennoch das Vertrauen: "Mario hat ab und zu auch bei der Nationalmannschaft mal am Boden gelegen. Bei der EM 2008 hat er eine Chance versemmelt und hatte Selbstbewusstsein verloren. Aber er hat sich immer wieder herangekämpft."

Im Gegensatz zu Löw ist dem fashionablen 1,89-m-Mann, der sich immer wieder als Model betätigt, die schwäbische Herkunft nicht anzuhören. Aus Kalkül. Mit 16 verließ er das 2.500-Einwohner-Dorf Unlingen Richtung VfB Stuttgart, zurück bleibt neben den Eltern und der drei Jahre älteren Schwester Jasmin auch die heimatliche Zunge. "Ich bin Schwabe durch und durch. Aber ich wollte nicht, dass die denken, 'was will denn das Landei hier?'"

Der Schwabe Gomez ist freilich nur die halbe Wahrheit. Denn Vater Jose Garcia ist Spanier, in den 60er Jahren mit einigen anderen Andalusiern eingewandert, heimisch geworden in Baden-Württemberg und verheiratet mit Marios Mutter Christa. "Ein 'Spanier' rettet Deutschland", titelte die spanische Sportzeitung "Marca" in ihrem Online-Beitrag nach dem Portugal-Sieg augenzwinkernd.

 
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