Irland und Kroatien starten mit Schlüsselspiel
Von Sn/apa | 09.06.2012 - 10:11

Giovanni Trappatoni coacht die Iren. Bild: SN/apa (epa)
Sollte es am Sonntagabend (20.45 Uhr) in Posen (Poznan) einen Verlierer geben, könnte dessen Aufstiegschance bereits gegen Null gehen. Startrainer Giovanni Trapattoni will bei Irlands erster großer Turnierteilnahme seit der WM 2002 keine Kompromisse eingehen. "Wir haben unseren eigenen Stil", betonte der frühere Salzburg-Coach. "Wir sind kein südamerikanisches Team, das über herausragende technische Fähigkeiten verfügt. Wir sind eine Mannschaft, die ihren eigenen Charakter hat und den ich sehr schätze - bestimmt und geradlinig."
Die Defensive trägt Trapattonis Handschrift. Irland hat 14 Spiele in Folge nicht verloren und in diesen nur drei Tore erhalten. Keeper Shay Given ist mit 122 Länderspielen ein echter Routinier. "Ich weiß, es ist ein Klischee. Aber wir müssen das erste Spiel gewinnen", betonte der 36-Jährige von Aston Villa. Im Angriff sollen es Kapitän und Rekordtorschütze Robbie Keane sowie Kevin Doyle richten.
Die Kroaten plagen zum Turnierstart Personalsorgen. Nach Stürmerstar Ivica Olic hat auch HSV-Mittelfeldspieler Ivo Ilicevic verletzt w.o. gegeben. Dazu ist Abwehrspieler Vedran Corluka für den Auftakt wegen einer Muskelverletzung fraglich. Erster Ersatzmann in der Innenverteidigung wäre Gordon Schildenfeld, mit Sturm Graz im Vorjahr österreichischer Meister.
Auf einem weiteren früheren Österreich-Legionär ruhen noch größere Hoffnungen: Nikica Jelavic. "Er ist unsere wichtigste Waffe", sagte Teamchef Slaven Bilic über den Ex-Rapidler, der zuletzt bei Everton überzeugt hat. Neben Jelavic und Schildenfeld sind nur noch zwei frühere Bundesliga-Profis bei der EM dabei - die Ex-Austrianer David Lafata (Tschechien) und Mikael Antonsson (Schweden). Aktuelle Österreich-Legionäre wurden nicht berücksichtigt.
Jelavic dürfte ein Angriffsduo mit Eduardo bilden. Mit Wolfsburgs Mario Mandzukic hätte Bilic, der die Kroaten nach der EM in Richtung Lok Moskau verlässt, noch einen weiteren Topstürmer auf der Bank. "Ich habe keine Kopfschmerzen", versicherte der Teamchef. "Ich habe einen Plan A, B und C. Für welchen Plan auch immer ich mich entscheide, er wird gut sein." Die Schlüsselrolle in jedem Plan kommt Tottenham-Spielmacher Luka Modric zu.
Klares Ziel der Kroaten ist das Viertelfinale. Dort war bei der EURO 2008 auf bittere Art und Weise das Aus gekommen. Das Bilic-Team kassierte in Wien gegen die Türkei in der Nachspielzeit der Verlängerung den 1:1-Ausgleich, unterlag dann im Elfmeterschießen. Das beste Turnierergebnis erreichte Kroatien als WM-Dritter 1998. Als eigenständiges Land ist es die vierte EM-Teilnahme, Irland ist erst zum zweiten Mal nach 1988 dabei.
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