Griechenland weiter bei EURO dabei
Von Apa/dpa | 17.06.2012 - 15:44

Erinnerungen an EM 2004. Bild: SN/apa (epa)
Der Stolz ging über den Fußball hinaus. Selbst der portugiesische Teamchef der von vielen bereits abgeschriebenen Mannschaft wurde zum glühenden Patrioten. Das Erfolgserlebnis verleitete Fernando Santos zu einem politischen Statement. Mit Verweis auf die jüngste Aufforderung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die von einer Wirtschaftskrise gebeutelte Nation am Sparkurs festhalten soll, erinnerte der Trainer an die glorreiche Historie der Griechen. "Hier ist die Demokratie entstanden. Da ist es schwierig, uns Ratschläge zu geben."
In der Nacht vor der mit Spannung erwarteten Parlamentswahl, bei der über die Zukunft des Landes in der Eurozone mitentschieden wurde, gab es endlich wieder Grund zum Feiern. Der Treffer von Kapitän Giorgos Karagounis sorgte nicht nur im Warschauer Nationalstadion für prächtige Stimmung. "Sieg der nationalen Einheit", titelte "Protathlitis". "Live-Sport" feierte ein Team "aus Stahl und mit einer Superseele". Und auch Santos geriet ins Schwärmen: "Es ist der Charakter der Mannschaft, im richtigen Moment eine fantastische Antwort zu geben. Dieses Ergebnis ist der Lohn für ihre Entschlossenheit."
Parallelen zum überraschenden EM-Triumph vor acht Jahren in Portugal unter Leitung des deutschen Trainers Otto Rehhagel sind unübersehbar. Damals wie heute behält der krasse Außenseiter in den entscheidenden Momenten die Nerven. Und wie schon damals profitiert er von einer extremen Defensivstrategie, die aber heuer schon Chelsea den Champions-League-Triumph beschert hat. "So ein bisschen denkt man jetzt schon an 2004", meinte Außenverteidiger Jose Holebas, "im Fußball ist alles möglich."
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