Welt | Fußball 

Für Blatter ist Torlinien-Technologie notwendig

Von Apa/dpa | 20.06.2012 - 15:22

Nach dem nicht gegebenen Tor von Donezk im Fußball-EM-Spiel England gegen Ukraine hat FIFA-Boss Joseph Blatter erneut vehement die Einführung technischer Hilfsmittel gefordert.

Für Blatter ist Torlinien-Technologie notwendig

John Terry kam hauchdünn zu spät. Bild: SN/apa (epa)

Beim EM-Gruppenspiel am Dienstagabend zwischen England und der Ukraine hatte Marko Devic beim Stand von 0:1 Keeper Joe Hart angeschossen, der Ball segelte dann Richtung Tor, wo ihn John Terry erst hinter der Linie abwehrte. Referee Viktor Kassai ließ die Partie jedoch weiterlaufen, auch der Torrichter reagierte nicht. Zu dieser Szene war es jedoch erst gekommen, weil die Unparteiischen eine Abseitsstellung der Ukrainer übersehen hatten.

Auch Deutschlands Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer sprach sich für eine doppelte Absicherung bei der künftigen Bewertung spielentscheidender Szenen aus. "Das war der letzte Beweis, dass man auf die Technik setzen soll. Ich bin auch dafür. Ich bin allerdings auch ein Fan der Torrichter. Aber man sieht ja - alleine auf sie kann man sich auch nicht verlassen. Wenn es nach mir geht: Torkamera und Torrichter", sagte Beckenbauer am Mittwoch.

Beckenbauer, der Mitglied in der FIFA-Task-Force für Regeländerungen ist, äußerte sein Unverständnis über die folgenschwere Fehlentscheidung des ungarischen Torrichters am Dienstagabend. "Eigentlich hätte derjenige, der eine gute Position hatte, sehen müssen, dass der Ball hinter der Linie war", meinte der 66-Jährige, der allerdings nicht darauf einging, dass dieser Torszene eine nicht geahndete Abseitsstellung der Ukrainer vorausgegangen war.

Gianni Infantino, Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA), hat am Mittwochnachmittag doch noch Stellung zum nicht gegebenen Tor für die Ukrainer im EM-Spiel gegen England (0:1) genommen. "Es war ein Fehler in 1.000 Fällen in drei Jahren, in denen wir fünf Schiedsrichter einsetzen. Es war ein menschlicher Fehler, es ging um Zentimeter", betonte der Italiener, dass er weiter an Torrichtern bei großen Turnieren und Europacup-Bewerben festhalten wolle.

Johann Hantschk, Vorsitzender der österreichischen Schiedsrichter-Kommission, ist dagegen überzeugt, dass schon bald technische Hilfsmittel bei fußballerischen Großereignissen eingesetzt werden, um festzustellen, ob ein Ball mit vollem Durchmesser die Linie überquert hat oder nicht. "Die Torlinientechnologie wird kommen", sagte Hantschk am Mittwoch im Gespräch mit der APA, als er zum nichtgegebenen Treffer der Ukraine im EM-Spiel gegen England (0:1) befragt wurde.

"Wir haben das Dilemma, dass wir zusätzlich zu den Assistenten nun auch Torrichter haben - und trotzdem alle nichts sehen, weil ihnen kein Standbild wie den TV-Sehern für solch strittigen Situationen zur Verfügung steht. In der Sekunde ist so etwas äußerst schwer zu erkennen, weil das menschliche Auge träge ist. Man wird daher nicht umhinkommen, dem Druck nachzugeben und die Torlinientechnologie einzuführen. Das wird bei der nächsten Sitzung der International Football Association Board (IFAB) Anfang Juli beschlossen werden", erklärte Hantschk.

 
Teilen
Facebook Twittern Google+ Versenden Drucken
0

Werbung

Dieser Artikel kann nicht kommentiert werden
 
KOMMENTARE (0)