England als Underdog in Duell mit Frankreich
Von Apa | 11.06.2012 - 06:01

Ribery und Trainer Blanc sind optimistisch. Bild: SN/apa (epa)
Für viele Experten gilt Englands aktuelle Auswahl als schwächste Nationalelf seit langem. Schon das Überstehen der Gruppenphase sei als Erfolg zu werten, vom EM-Titelgewinn wagt auf der Insel niemand zu träumen. Die Vorbereitung der Briten tat ihr übriges dazu, dass Englands Kickern wenig zugetraut wird. "Das könnten die tollsten oder die härtesten drei Wochen meiner Karriere werden", sagte Roy Hodgson vor dem Start ins Turnier.
Der erst seit 1. Mai amtierende Teamchef musste sich mit einigen Problemen herumschlagen. Verletzungssorgen in der Abwehr, dazu Diskussionen um John Terry sowie den daheimgelassenen Rio Ferdinand beschäftigten den 64-jährigen Hodgson in den vergangenen Wochen über Gebühr. Die noch zwei Spiele andauernde Sperre von Starstürmer Wayne Rooney rückt da schon in den Hintergrund.
Dabei ist vor allem die Offensive eine Baustelle der "Three Lions". Den Ausfall von Rooney sollen dessen Clubkollegen bei Manchester United, Danny Welbeck und Ashley Young, kompensieren. Noch dazu steht Andy Carroll von Liverpool bereit. Dem Trio fehlt es aber an Erfahrung auf internationalem Top-Niveau. Zumindest am anderen Ende des Spielfelds sollte mit Joe Hart von Englands Meister Manchester City das englische Torhüterproblem vergangener Turniere gelöst sein.
Gut möglich, dass sich England gegen Frankreich deshalb mit einem Defensivkonzept Marke Chelsea versucht. Dies deutete zumindest Young an. "Er legt großen Wert auf die Defensive. Wir werden auch Montag so weitermachen", sagte der Angreifer. Unter Hodgson spielte England erst zweimal. Gegen Norwegen und Belgien gab es jeweils 1:0-Erfolge.
Frankreich dürfte sich davon unbeeindruckt zeigen. Die auf etliche Akteure aus der englischen Premier League setzende Equipe tricolore gilt nicht umsonst als heißer Kandidat auf den EM-Titel. Nach dem von skandalösen Umständen begleiteten WM-Aus in Südafrika 2010 hat Laurent Blanc eine erfolgreiche Renaissance eingeleitet. Der 46-Jährige führte die junge Mannschaft zu 21 Spielen (15 Siege) ohne Niederlage in Serie und schaffte dank seiner Autorität den nötigten Stimmungsumschwung.
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