Welt | Fußball 

Del Bosque mit Spaniens Sturmlosigkeit zufrieden

Von Apa | 11.06.2012 - 15:14

Vicente del Bosque hat am Sonntag bei Spaniens EURO-2012-Premiere mit einer eigenwilligen Taktik für Aufsehen gesorgt. Der Teamchef ließ seine Mannschaft beim 1:1 in Danzig gegen Italien ohne echten Stürmer einlaufen.

Del Bosque mit Spaniens Sturmlosigkeit zufrieden

Die eingewechselte Spitze Torres blieb glücklos. Bild: SN/apa (epa)

"Wir wollten dadurch eine Überzahl im Mittelfeld schaffen, und wir wussten, dass Cesc Fabregas und David Silva die Fähigkeiten haben, zum Abschluss zu kommen. Es hat nicht schlecht funktioniert, Fabregas hat großartige Arbeit geleistet", sagte Del Bosque.

Leidtragender dieser Aufstellungsvariante war Fernando Torres. Nach seiner Einwechslung kam der Chelsea-Angreifer zwar zu so hochkarätigen Chancen, wie sie seine Kollegen davor nicht vorgefunden hatten - allerdings versagte "El Nino" wieder einmal im Abschluss. Del Bosque ließ offen, ob Torres am Donnerstag gegen Irland in die Stamm-Elf rutschen könnte.

Klare Worte fand der spanische Nationaltrainer zum Zustand des Rasens. "Es ist schade, dass das Gras so trocken war. Das hat dem Fußball und den Zuschauern nichts Gutes getan." Der Ärger über das Grün führte sogar zur Drohung des spanischen Verbandes, einen offiziellen Protest einzulegen. Der polnische Verbandspräsident Grzegorz Lato dementierte, dass das Gras zu lang gewesen sei.

Die UEFA bestätigte am Montag, dass es ihre Intention gewesen sei, das Spielfeld in Danzig zu spritzen, um "den Ansprüchen der Spanier Genüge zu tun". Auf Anraten des zuständigen Greenkeepers wurde die Bewässerung aber 75 Minuten vor Spielbeginn gestoppt, um keinen Schaden am Spielfeld zu verursachen. "Die Vorgehensweise ist bei allen Spielen des Turniers dieselbe", betonte die UEFA.

Die Italiener boten unbeeindruckt von den Turbulenzen um den Rasen und den neuen Wettskandal in ihrem Heimatland eine starke Leistung und konnten dabei ebenfalls mit einem international eher seltenen System aufwarten. Teamchef Cesare Prandelli setzte - wie auch immer mehr Serie-A-Clubs - auf eine Dreierkette, die sich bei Ballverlust sofort in eine Fünferabwehr verwandelte.

Vom spanischen Stürmerverzicht wurde der Italiener überrascht. "Wir haben schon mit Torres gerechnet. Aber dann haben wir beschlossen, unser Spiel trotzdem durchzuziehen", erklärte Prandelli.

 
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