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Salzburg-Wanderer: Ein Leben lang unter Strom

Von Ralf Hillebrand | 10.07.2012 - 05:34

Die Stromleitungen sind ein dauerhafter Begleiter, wenn man durch den Oberpinzgau wandert. Zumindest einige Anrainer scheinen sich an den Anblick gewöhnt zu haben.

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Auch die tierischen Einwohner des Oberpinzgaus haben sich offenbar schon an die Hochspannungsleitungen gewöhnt. Bild: SN/Hillebrand

Auch die tierischen Einwohner des Oberpinzgaus haben sich offenbar schon an die Hochspannungsleitungen gewöhnt.

Bild: SN/Hillebrand

Stromleitungen im Oberpinzgau. Bild: SN/Hillebrand

Stromleitungen im Oberpinzgau.

Bild: SN/Hillebrand

Stromleitungen im Oberpinzgau. Bild: SN/Hillebrand

Stromleitungen im Oberpinzgau.

Bild: SN/Hillebrand

Stromleitungen im Oberpinzgau. Bild: SN/Hillebrand

Stromleitungen im Oberpinzgau.

Bild: SN/Hillebrand


Die Laufleistung war am dritten Tag der "Salzburg-Wanderung" eher bescheiden: rund 14 Kilometer von Uttendorf bis kurz vor Aufhausen, einem der östlichsten Ortsteile von Piesendorf.

Es wäre freilich völlig vermessen, den Stromleitungen die Schuld zu geben, die einen fast die kompletten vier Stunden Wanderung über den Tauernradweg begleiten. Vielmehr sind wohl die Spuren der ersten beiden Tage, etwa die immer stärker werdenden Schulterschmerzen, schuld an der mäßigen Kilometerzahl.

Trotzdem beschäftigen auf der Wanderung vor allem die Freileitungen - erst recht, weil sie es fast unmöglich machen, ein schönes Foto entlang des Wegrands zu machen.

Die meisten Anrainer, die man auf die Elektroungetüme anspricht, sind nicht besonders redselig. "Uns geht es gut, wir haben damit kein Problem", lässt etwa ein Landwirt im Umland von Uttendorf wissen.

Auskunftsfreudiger war da schon Herbert Wallner. Der Pensionist wohnt in Lengdorf, einem zu Niedernsill gehörenden Weiler. Direkt vor Lengdorf spannen sich 110-kV-Leitungen. "Freilich sind die Strommasten nicht schön. Vor allem, wenn die Sonne scheint, stören sie schon die Aussicht auf die Gegend. Aber ganz ehrlich: Mir fallen sie nicht mehr auf." Die Masten vor Lengdorf seien zwar nicht eins zu eins mit der viel diskutierten 380-kV-Leitung zu vergleichen, "aber auch in unserer Ecke regt sich schon einmal der eine oder andere über die Stromleitungen auf".

Zumindest vor möglichen gesundheitlichen Problemen macht man sich kaum Gedanken. Wallner: "Da drüben (er deutet auf Bauernhäuser direkt unter den Leitungen, Anm.) wohnen Leute, die meines Wissens zwischen 98 und 101 Jahre alt sind. So schlimm kann es also nicht sein."

Eine Radfahrerin, die das Gespräch beobachtet hat, wirft ein: "Wir müssen froh sein, dass wir überhaupt noch mit Wasserkraft Strom erzeugen können und nicht von Atomstrom abhängig sind. Wo das hinführen kann, haben wir im vergangenen Jahr in Japan gesehen." Die Stromwirtschaft ist laut Wallner eine der wenigen Industrien, die in der Gegend gut Fuß fassen kann.

"Es ist wirklich schön, hier zu wohnen. Arbeiten kann man aber nur schwer." Wallner war jahrzehntelang als Bauarbeiter tätig: "Ich habe um die zwanzig Jahre in München, Ingolstadt und Köln arbeiten und leben müssen, um anständiges Geld zu verdienen. Zu Hause war ich nur am Wochenende."

Obwohl sich die Verhältnisse inzwischen stark geändert hätten, da "inzwischen ja die Deutschen in Österreich leben", arbeite die jüngere Bevölkerungsschicht immer noch außerhalb.

"Heute wird halt nach Salzburg oder Innsbruck gependelt." Nach Tirol gehe man aber nicht nur, um zu arbeiten. Wallner: "Irgendwie passt das ja: Die ,Salzburger Nachrichten‘ schicken einen Südtiroler auf Wanderschaft, während viele von uns Salzburgern in Südtirol wandern gehen."

Geplante Strecke für Dienstag: 18 Kilometer von Piesendorf bis nach Taxenbach.

 
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