Salzburg | Chronik 

"Die Gastfreundschaft war das Schönste"

Von Barbara Haimerl | 21.07.2012 - 11:00

Der Salzburg-Wanderer zieht Bilanz über seine 13-tägige Tour durchs Bundesland. Gewonnen hat er wertvolle Erfahrungen und viele Fans.

"Die Gastfreundschaft war das Schönste"

Nach 13 Tagen auf Wanderschaft ist SN-Redakteur Ralf Hillebrand gut vor dem Verlagsgebäude angekommen. Bild: SN

Frisch geduscht, mit strammen Wadeln und um drei Kilogramm leichter als beim Abmarsch vor zwei Wochen erschien SN-Redakteur Ralf Hillebrand am Freitag wieder in der Redaktion. Zehn Stunden lang hat der Salzburg-Wanderer in der ersten Nacht zu Hause tief und selig geschlummert. "Es war herrlich, im eigenen Bett zu schlafen."

Außerdem hat Hillebrand es am Freitagmorgen genossen, in ein frisch gewaschenes T-Shirt zu schlüpfen. Auf der Wanderschaft wurden die vier Leiberl und Socken nur notdürftig von Hand gereinigt.

Besonders freut Hillebrand das Begrüßungsgeschenk seiner Vermieterin. Sie hat ihn mit einem Wanderstock und mit Speck, Bauernbrot und Schnaps empfangen.

Auf 210 Kilometern hatte Hillebrand Salzburg von Wald im Pinzgau bis Straßwalchen durchwandert. Mit dem 17 Kilogramm schweren SN-Rucksack auf den Schultern war er täglich rund fünf Stunden unterwegs. Seit seiner Rückkehr ist er nicht nur um unvergessliche Erlebnisse reicher, sondern auch um eine Anhängerschar. Auf Facebook hat sich ein regelrechter Fanclub gebildet.

Via Twitter hat sogar eine Holländerin die Wanderschaft Schritt für Schritt mitverfolgt. Sie plant einen Wanderurlaub in Österreich und holte sich bei Hillebrand den einen oder anderen Tipp. Zugleich lud sie den Redakteur zu einer fünftägigen Wanderung in die Niederlande ein.

In seiner Heimatstadt Brixen in Südtirol hat die Tour den SN zu einem kräftigen Absatzplus verholfen. Hillebrands Verwandtschaft traf sich täglich in der Trafik, in der es die Zeitung zu kaufen gibt.

Das positive Echo auf seine Tour lässt Hillebrand das schmerzende rechte Knie vergessen. Dass er nur mit einer kleinen Blase davongekommen ist, hat er viel Leukoplast und seinen weichen Sneakern zu verdanken. "In den Schuhen habe ich die ganzen 210 Kilometer zurückgelegt."

Er habe viel über Land und Leute gelernt, sagt Hillebrand. "Man bekommt ein Gespür für die Menschen." Lang wird der Wanderer die Gastfreundschaft in Erinnerung bleiben, die ihm überall entgegengebracht wurde. In bester Erinnerung hat er den Zucchinikuchen, den ihm eine Frau in Bramberg kredenzt hat.

Im Lungau sei ihm besonders wohltuend aufgefallen, wie entschleunigt das Leben überall vonstattengehe. "Die Menschen ruhen in sich." Hillebrands innere Ruhe wurde allerdings auf der Strecke zwischen St. Michael und Tamsweg wetterbedingt gestört. "Es hat bei zehn Grad unaufhörlich geschüttet." Seinen inneren Schweinehund musste er auch zwischen Piesendorf und Taxenbach überwinden. "Ich bin zwei Kilometer lang in die falsche Richtung marschiert."

Die Wanderung hat Hillebrand Lust auf mehr gemacht. Vor allem das Wiestal hat es ihm angetan. "Ich bin von dieser Landschaft begeistert."

 
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