Salzburg | Politik

380 kV: Grundbesitzer wollen aufmarschieren

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Im Tennengau formiert sich der härteste Widerstand gegen die 380-kV-Freileitung. In Adnet ruft die IG Erdkabel Betroffene auf, die Projektbetreiber nicht mehr auf ihre Grundstücke zu lassen und keine Verträge zu unterschreiben.

380 kV: Grundbesitzer wollen aufmarschieren

380 kV: Der Protest geht weiter. Symbolbild: SN/Ratzer



Außerdem schöpft sie Hoffnung aus einer Auskunft des Wirtschaftsministeriums.

In einem Postwurf an die Adneter Haushalte warnen die Erdkabel-Befürworter vor 70 Meter hohen "Monstermasten mit 70 bis 90 Meter breiten Schneisen durch unsere Wiesen und Wälder und dicht vorbei an unseren Wohnungen und Häusern". Die Kabelkämpfer werfen der Verbund APG "Unterschriftskeilereien" vor. In einem Übereinkommen für Grundstücke und Zufahrtswege solle der Eigentümer hiermit auch gleich "zu einem dafür allenfalls erforderlichen Rodungsantrag im UVP-Verfahren seine Zustimmung erteilen". Für das Nutzungsrecht sollen nur 50 Cent pro Quadratmeter (für Wald) bzw. ein Euro (für Grünland und Acker) bezahlt werden. Die APG wolle über die Betroffenen "drüberfahren", sagt der Landwirt Matthias Höllweger. "Das lassen wir uns nicht gefallen. Da werden Verträge zum Unterschreiben mit Post-it einfach vor die Haustür gelegt. So geht man mit Leuten nicht um. Auch die Achtung vor dem Grundeigentum fehlt. Allein in Adnet sind gut 100 Grundeigentümer betroffen. "

Projektleiter Wolfgang Hafner weist die Vorwürfe zurück. Es gebe nur Musterverträge. Und: "Wir haben einen gültigen Vorarbeitenbescheid und dürfen demnach für Untersuchungen die Grundstücke betreten."

Höllweger und seine Mitstreiter sind fest entschlossen: "Wir lassen es nicht zu, dass die Freileitung gebaut wird. Wir sind gut organisiert, haben schweres Gerät und haben die Betreiber, die Bohrungen durchführen wollten, schon einmal verjagt." Die IG Erdkabel bezweifelt, dass für eine von einer Aktiengesellschaft betriebene internationale Transitleitung Grundbesitzer im öffentlichen Interesse enteignet werden können. Sogar das Wirtschaftsministerium zweifelt daran. IG-Präsident Theodor Seebacher verweist auf die Mitteilung von Abteilungsleiter Matthias Neubauer vom 16. Mai: Ob "Enteignungen" (Zwangsservitute) für die Leitung "berechtigt bzw. möglich sind", könne noch nicht beurteilt werden.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Franz Kandler

01.10.2012 
08:57 Uhr

Finde ich eine Frechheit was die Politik so mit uns macht und hoffe alle im Tennengau und wo anders sind DAGEGEN !!!!!!!!!!!!!!!!!! Geht immer nur um Geld !!!!! schade !!!

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