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"Zufällig am richtigen Ort": Richard Attenborough wird 90

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Acht Oscars gewann das Indien-Epos "Gandhi" 1983 - es war der größte Erfolg für Richard Attenborough. Der gefeierte Regisseur und Schauspieler, der diese Woche seinen 90. Geburtstag feiert, hat sich nach einem Schlaganfall vor fünf Jahren mittlerweile ins Privatleben zurückgezogen.

"Zufällig am richtigen Ort": Richard Attenborough wird 90

Richard Attenborough. Bild: SN/dpa

Die britische Stadt Leicester, in der er zeitweilig lebte, feiert mit einem Dokumentarfilm, einem Filmfest und einer neuen Webseite das vielfältige und sehr produktive Leben eines ihrer berühmtesten Bürger. Zu seinen 74 Auftritten als Schauspieler gehören unter anderem Rollen in "Jurassic Park" (1993), "Das Wunder von Manhattan" (1994), "Elisabeth" (1998) und "Der Flug des Phoenix" (1965). Den Durchbruch schaffte er mit dem britischen Film-Noir-Klassiker "Brighton Rock" ("Am Abgrund des Lebens", 1947). Der gefeierte Schauspieler gab sich bescheiden. Dass er und seine Frau in der Nachkriegszeit so erfolgreich waren, "hatte nichts mit Schauspielkunst oder Talent zu tun", sagte Attenborough der Zeitung "Daily Mail". "Wir waren nur zufällig zur rechten Zeit am richtigen Ort, als das Publikum nach jahrelangen Entbehrungen über den Film Entspannung suchte."

Von der Air Force in die Mausefalle

Attenborough selbst hatte im Zweiten Weltkrieg drei Jahre bei der Royal Air Force verbracht. Zusammen mit Sheila Sim spielte er 1952 in der Erstaufführung des Agatha Christie-Krimis "Die Mausefalle" in einem Theater im Londoner West End. Das Stück wird dort seit mehr als 50 Jahren ununterbrochen aufgeführt.

Neben "Gandhi" (1982) zählen zu seinen weiteren Erfolgen als Regisseur das Apartheid-Drama "Cry Freedom" (Schrei nach Freiheit, 1987) und die Verfilmung des Musicals "A Chorus Line" (1985). 1976 wurde er von der Queen für seine Verdienste um die Kultur geadelt und ist seit 1993 Lord Attenborough of Richmond-upon-Thames, nach seinem langjährigen Wohnort außerhalb Londons.

Attenborough kam am 29. August 1923 in Cambridge als ältester von drei Brüdern zur Welt. Einer seiner Brüder ist der Tierfilmer David Attenborough. Seine Jugend verbringt Richard in Leicester, seine Mutter ist dort Präsidentin des örtlichen Leicester Little Theater. Schon früh interessiert sich "Dickie" für die Bühne. Mit 17 bekommt er ein Stipendium für die renommierte Royal Academy of Dramatic Art (RADA) und zieht zum Studium nach London. Es folgen erste Rollen, an der Akademie lernt er auch seine zukünftige Frau kennen und hält täglich um ihre Hand an. Das Ehepaar heiratet erst ein paar Jahre später und bekommt drei Kinder. Sohn Michael ist auch Schauspieler und Regisseur. Tragischerweise kommen Tochter Jane Mary und Enkelin Lucy Elisabeth 2004 beim Tsunami in Südasien ums Leben.

Lebensabend im Altersheim

Im vergangenen März wurde bekannt, dass Attenborough nun zusammen mit Ehefrau Sheila Sim, einer ehemaligen Schauspielerin, in einem besonderen Altersheim für Kulturschaffende in London lebt.

Richard Attenborough engagierte sich zeitlebens für die Kultur und hatte zahlreiche Vorstandsposten inne, unter anderem beim Fernsehsender Channel 4, seiner ehemaligen Wirkungsstätte RADA und dem britischen Filminstitut. Auch war er als Unicef-Botschafter unterwegs. Um den künstlerischen Nachwuchs kümmerte er sich auch als Präsident der National Film and Television School, Dozent der Universität von Oxford sowie als beliebter Gastprofessor und Redner. Seine zahlreichen Vorstandsposten brachten ihm den Spitznamen "Chairman of London" ein.

 
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