Kopf des Tages   Fotostrecke verfügbar

Karl Wlaschek - Vom Barpianisten zum Milliardär

Von Sn, Apa | 04.08.2012 - 06:17

Der Immobilien-Milliardär und einstige Gründer des Handelsriesen "Billa", Karl Wlaschek, hat am Samstag seinen 95. Geburtstag. 1953 hatte der Selfmade-Man als Kaufmann begonnen und 43 Jahre später die Handelskette 1996 für geschätzte 1,1 Mrd. Euro an den deutschen Rewe-Konzern verkauft. Das Geld steckte er in Immobilien. Rasch stieg er zum größten privaten Hausherrn Österreichs auf, jüngster Mega-Deal war im Herbst 2011 der Erwerb des Schlosshotel Velden.

1 von
Karl Wlaschek im September 2011. Bild: SN/APA

Karl Wlaschek im September 2011.

Bild: SN/APA

Der Immobilien-Milliardär 2005.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN

Der Immobilien-Milliardär 2005.

Karl Wlaschek mit Annemarie 2009.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN

Karl Wlaschek mit Annemarie 2009.

Wlaschek mit Lebensgefaehrtin Ricki Schenk.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN

Wlaschek mit Lebensgefaehrtin Ricki Schenk.

Karl Wlaschek.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN

Karl Wlaschek.


Der Unternehmer wurde am 4. August 1917 in Wien geboren. Das Glück seines Lebens sei es gewesen, die Kriegsjahre heil überstanden zu haben, sagte Wlaschek im November 2005 bei der Präsentation seiner Memoiren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er unter dem Pseudonym "Charly Walker" als Pianist und Bandleader tätig. 1953 legte er mit einer kleinen Parfümerie, die er als Einzelgesellschaft eintragen ließ, den Grundstein für eine expansive Handelsgruppe. Knapp sieben Jahre später nannte er schon 45 Lebensmittelgeschäfte sein Eigen, die ab 1960 unter dem Namen "Billa" - für "Billiger Laden" - firmierten.

18.000 Mitarbeiter beim Verkauf

Bis zum Verkauf des Billa-Handelsriesen mit damals 50 Mrd. Schilling Jahresumsatz im Sommer 1996 an Rewe hatte es Wlaschek auf ein Handelsimperium mit 18.000 Mitarbeitern und 1.340 Filialen gebracht. Daneben zählten zu der von Rewe übernommenen BML die Marken Mondo und Emma, die Parfümerie-Kette Bipa, ferner die Billa-Töchter in Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei, Italien und Deutschland. 1994 brachte der in Geschäftsdingen medienscheue Handels-Guru die Billareal Immobilieninvest AG in Wien an die Börse und lud dazu - erstmals seit mehr als einem Vierteljahrhundert - wieder zu einer Pressekonferenz. Das Unternehmen mit Erhard Schaschl als Aufsichtsrats-Chef notierte allerdings nur drei Jahre, bis 1997, am Aktienmarkt, weil es von der Karl-Wlaschek-Stiftung zurückgekauft wurde.

Mehr als 250 Immobilien in Österreich

Nachdem er bei der Privatisierung der damals zweitgrößten Bank des Landes, der Creditanstalt (CA), nicht zum Zug kam, begann Wlaschek sein Vermögen in Immobilien anzulegen. Sein beachtlicher Realitätenbesitz ist über zahlreiche Gesellschaften und Stiftungen mit teils klangvollen Namen gemanagt. Neben etlichen herrschaftlichen Palais in der Wiener Innenstadt besitzt der Immo-Tycoon rund 250 Objekte in ganz Österreich. Wlascheks Immobilienreich ist 1,94 Mrd. wert, hieß es zuletzt im Oktober 2011. Allein die drei Bilanzen von Amisola, Novoreal und Estrella wiesen für das Jahr 2010 einen Gewinn von 35 Mio. Euro aus.

Fünf Ehen und drei Scheidungen

Kronprinz für das Wlaschek-Vermögen ist der 37-jährige Sohn aus Wlascheks zweiter Ehe, Karl Philipp, der seit Jahren wichtige Positionen im Firmen-Imperium. Als weitere Begünstigte der Stiftungen galten nach früheren Berichten Maria-Luise Bittner, Wlascheks Tochter aus erster Ehe, sowie Stieftochter Claudia Hönigsberger, deren Mutter Karin, die vierte Ehefrau des Milliardärs, im Herbst 2003 verstorben ist. Insgesamt brachte es Wlaschek samt der überraschenden Heirat mit seiner Lebensgefährtin Ricki Schenk heuer im April in Velden auf fünf Ehen und drei Scheidungen. Wegen der Vielzahl von Lebensgefährtinnen in früheren Jahren nannte ihn eine Zeitung einen Womanizer. Er selbst sah dies offenbar gelassen: "Beim Gschäft bin i guad, bei de Weiber bin i a Depp", lautete ein legendärer Spruch Karl Wlascheks.

 
Teilen
Facebook Twittern Google+ Versenden Drucken
0

Werbung

Dieser Artikel kann nicht kommentiert werden
 
KOMMENTARE (0)