Gabriela Moser: Grüne Jägerin verlässt den Hochstand
Von Sn, Apa | 19.09.2012 - 08:37
Auch wenn Moser ihre Rolle nach dem Sommer nicht gerade geschickt angelegt hat, dürfte ihr der Rückzug dennoch nicht schaden. Zu offensichtlich schien den meisten Kommentatoren, dass SPÖ und ÖVP in ihrer Vorsitzführung einen Grund suchten, den ungeliebten Ausschuss zu einem raschen Ende zu bringen. Dabei hatte die 58-Jährige lange Zeit als geradezu vorbildliche Ausschussvorsitzende gegolten. Selbst Reibereien mit ihrem Fraktionskollegen Peter Pilz ging sie nicht aus dem Weg und im Gegensatz zu ihm im Eurofighter-Ausschuss bemühte sich Moser auch, dass die Befragungen der Auskunftspersonen nicht allzu sehr ins Tribunalhafte verkamen.Kampf gegen Aktenlieferungsstopp
In die Bredouille brachte sich die Ausschussvorsitzende, als sie versuchte, einen den Grünen unliebsamen Antrag der anderen Fraktionen, der einen Aktenlieferungsstopp zur Folge gehabt hätte, nicht zuzulassen - und das gegen die Rechtsmeinung der Parlamentsjuristen. Als sich Moser ein paar Tage später dann doch bequemte, den Antrag abstimmen zu lassen, schickte sie davor schnell noch eine Erklärung an die Presse, dass sie sich noch immer im Recht wähne.
Ausschuss unter Dauerbeschuss
Mit viel Elan nahmen die anderen Fraktionen, allen voran jene der Koalitionsparteien, das auf, um den Ausschuss ab sofort zu torpedieren. Möglicherweise mit dem Kalkül, dass sich Moser keinesfalls zurückführen werde und somit das Gremium die Arbeit beenden müsse, forderte man ultimativ den Rückzug der Vorsitzenden. Dass dieser jetzt wider Erwarten doch erfolgt ist, wird den Ausschuss mit der Inseraten-Affäre wohl wieder in die Gänge und wenn schon nicht Kanzler Werner Faymann (SPÖ), zumindest seinen Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) in den Ausschuss bringen, egal was die anderen Parteien vorhatten.Hartnäckige ArbeiteriDass die geprüfte Jägerin Moser die Flinte ins Korn wirft, ist eigentlich nicht ihre Sache. Sie gilt als strebsame und hartnäckige Arbeiterin, die einen großen Anteil vor allem an der Aufklärung dubioser Geldflüsse im Umfeld der Buwog hat. So war es sie, die die fast schon legendäre Telefon-Protokolle zwischen Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech über eine parlamentarische Anfrage an die Öffentlichkeit brachte.
Seit 1994 im Nationalrat
Hartnäckig ist Moser auch, was das Verteidigen ihres Mandats angeht. Die Oberösterreicherin sitzt seit 1994 mit nur zwei Jahren Unterbrechung im Nationalrat. Themen der begeisterten Radfahrerin sind vor allem Verkehr, Telekommunikation und Bautenwesen. Moser war u.a. an der Aufarbeitung des Skylink-Skandals und mehrerer Ungereimheiten bei den ÖBB beteiligt, etwa den riskanten Spekulationsgeschäften der Staatsbahn. Ihre politische Karriere hatte die AHS-Lehrerin für Deutsch und Geschichte in den 80er Jahren gestartet, als sie in den Linzer Gemeinderat einzog.Ihr politisches Engagement begründete sie mit der Luftverschmutzung in der oberösterreichischen Hauptstadt. Überhaupt ist Moser in Eigenbeschreibung "penetrant grün". Sie hat kein Auto, ihr Haus thermisch saniert und heizt mit Sonnenkollektoren. Ihr Privatleben hält die aus einer bürgerlichen Familie stammende Moser privat. Die gebürtige Linzerin ist mit einem deutschen Physiker verheiratet und hat keine Kinder.
Mitteilungen





