A kink turns 65 - Dave Davies im Porträt
Von Ralf Hillebrand | Aktualisiert vor 109 Tagen
Oftmals ist es gut, wenn bestimmte Lebensträume nicht in Erfüllung gehen. "Eigentlich wollte ich immer Maler werden, am liebsten Impressionist. Aber ich bin dafür viel zu kritisch - ich würde ewig an einem Gemälde arbeiten", so Dave Davies, der am Freitag 65 Jahre alt wird. Ein Alternativplan zu Monet und Degas musste für den Londoner her - und der hieß Kinks. 1963 gründete Davies mit seinem älteren Bruder Ray die "Ausgeflippten" (Kinks zu Deutsch). Wie sich schon wenig später herausstellen sollte, ein wahrer Glücksfall für die Musikwelt. Der legendäre Gitarrenriff in "You Really Got Me" wird gerne als Startschuss des Hard Rock bezeichnet, die Kinks gelten als Urväter von Punk und Britpop, ihre Live-Auftritte waren schlicht einzigartig.
Doch der Reihe nach: Die "British Invasion" Mitte der 60er spülte eine Reihe von englischen Bands in die weltweiten Charts. Unter ihnen The Who, die Beatles, Cream, die Rolling Stones - und eben auch die Kinks. Gleich mit ihrer dritten Single "You Really Got Me" gelang den vier Jungs aus Nord-London der Durchbruch. Wie schon bald klar wurde, sollte das nicht der einzige Welthit der Band bleiben: "Tired of Waiting for You" (1965), "Sunny Afternoon", "Dandy" (beide 1966) oder "Lola" (1970) machten die Kinks zu Top-Sellern.
Aber nicht nur dank ihrer Musik wurden die Briten zu Musik-Legenden - wie es sich für eine gute Rock-Band gehört, setzte es auch eine Reihe von Skandalen. Für diese sorgten vor allem die zwei Davies-Brüder. Zwischen Ray, seines Zeichens auch Songschreiber der Formation, und Dave entstand über die Jahre eine regelrechte Hassliebe, die bis heute anhält. Dave eckte aber auch mit anderen Band-Mitgliedern an - und das auch gleich so richtig öffentlichkeitswirksam: 1965 lieferte sich der jüngere Davies-Bruder mit Schlagzeuger Mick Avory eine Bühnenschlägerei bei einem Auftritt im walisischen Cardiff. Besonders Kurios: Avory zeigte Davies daraufhin wegen Körperverletzung an, blieb der Band aber noch weitere 19 Jahre erhalten.
Für Dave Davies aber nicht der einzige Aufreger im Laufe von 65 Jahren gelebtem Rock: In seiner Autobiografie outete sich der Gitarrist und Sänger als bisexuell, er hat acht Kinder mit verschiedenen Frauen (genaue Anzahl unbekannt), 2004 erlitt er einen Schlaganfall. Das alles hält den Vollblutmusiker aber nicht davon ab, eine Reunion der Kinks zumindest in Betracht zu ziehen - zumal sich die Rock-Legenden ja auch nie offiziell aufgelöst haben. "Ich würde mich nie mehr mit Ray (seinem Bruder, Anm.) in ein Aufnahmestudio setzen - das wäre eine Tortur. Über einen Live-Auftritt kann man aber reden", verlautbarte Davies 2007. Vielleicht erweicht der 65. Geburtstag den Jüngeren der Brüder ja endgültig - die Musikwelt würde es ihm mit Sicherheit danken.
Mehr Welt-Kultur
- SC-Tagebuch #3: Stimmenfang an der Bushaltestelle
- SC-Tagebuch #2: Von missverstandenen Popowacklern
- Villazon verlegt "Liebestrank" in Wilden Westen
Mehr Welt
- Schlecker droht das endgültige Aus
- Berater dementiert Drogba-Abschied von Chelsea
- Lady Gaga überzeugt "Spione" bei Konzert in Manila
Mehr Kultur
- SC-Tagebuch #3: Stimmenfang an der Bushaltestelle
- SC-Tagebuch #2: Von missverstandenen Popowacklern
- Villazon verlegt "Liebestrank" in Wilden Westen
Manfred Koch, Walter Müller: Aus.Amen! - Hexenspiel
Das Krimi-Programm des Wiener Molden-Verlages entwickelt sich zunehmend zum Geheimtipp für... ›
Universum: Das Große Barriere Riff - Vom Riff zum Regenwald
3000 Einzelriffe und 600 Inseln verketten sich zu einer 2200 Kilometer langen Struktur entlang der... ›
Bergfrühling unter der Reiter Alm
Die Halsalm über dem Hintersee mit herrlichen Ausblicken auf die Berchtesgadener Bergwelt ›
Plätten oder Fuhr
Plätten sind die kiellosen, hölzernen Arbeitsschiffe, die im Alpen-Donauraum für die verschiedensten Anwendungen genutzt werden. Aufgenommen von "Marianne Robl". ›
Song Contest: Popowackeln versus Popomas
Die Trackshittaz müssen sich am Dienstagabend beim 1. Halbfinale gegen 17 Konkurrenten durchsetzen,... ›
Doppelt hält besser
Marcia Kilgore ist ein Multitalent. Sie hat als Personaltrainerin Stars wie Madonna Beine gemacht.... ›
Der Jakobsweg - Ans Ende der Welt und zurück
Jakobsweg. Mit unvergesslichen Eindrücken ist der Bad Vigauner Gemeinderat Michael Neureiter von... ›
Sportlich, größer und teurer
Neuauflage. Mit dem 3er BMW wollen die Bayern neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen. Beim Design... ›
Südkoreanischer Künstler ersteigert Dorf
Ein Künstler aus Südkorea hat das verlassene Dorf Courbefy in Frankreich ersteigert. Er habe den Ort in Westfrankreich am Montag für 520 000 Euro gekauft, bestätigte der Anwalt Paul Gérardin. ›
Dora Bakoyannis: Athens erste Bürgermeisterin
Dora Bakoyannis wurde als erste Frau Athener Bürgermeisterin und griechische Außenministerin. Jetzt könnte sie über ihren Schatten springen und in die konservative "Neue Demokratie" (ND) zurückkehren, aus der sie vom Parteichef Antonis Samaras vertrieben worden war. Samaras selbst hatte die ND 1992 als Außenminister verlassen, um seine eigene rechtsstehende Partei POLA ("Politischer Frühling") zu gründen, die bei den Wahlen 1993 fünf Prozent der Stimmen ... ›
Mitteilungen















KOMMENTARE ()
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare veröffentlicht.