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A kink turns 65 - Dave Davies im Porträt

Von Ralf Hillebrand | Aktualisiert vor 109 Tagen

Rock muss man leben, um ihn spielen zu können. Dave Davies hat diesen Grundsatz wie kaum ein anderer verinnerlicht. Am Freitag wird der Mitbegründer der legendären Kinks 65 Jahre alt.

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Die Jahre vergehen, die Leidenschaft für die Gitarre bleibt: Dave Davies bei einem Live-Auftritt 2002...  Bild: SN/wico

...sowie bei einem Auftritt 1979.  Bild: SN/wico

Die Kinks in ihrer 65er-Besetzung: Pete Quaife, Dave Davies, Ray Davies und Mick Avory (v.l.n.r.).  Bild: SN/wico




Oftmals ist es gut, wenn bestimmte Lebensträume nicht in Erfüllung gehen. "Eigentlich wollte ich immer Maler werden, am liebsten Impressionist. Aber ich bin dafür viel zu kritisch - ich würde ewig an einem Gemälde arbeiten", so Dave Davies, der am Freitag 65 Jahre alt wird. Ein Alternativplan zu Monet und Degas musste für den Londoner her - und der hieß Kinks. 1963 gründete Davies mit seinem älteren Bruder Ray die "Ausgeflippten" (Kinks zu Deutsch). Wie sich schon wenig später herausstellen sollte, ein wahrer Glücksfall für die Musikwelt. Der legendäre Gitarrenriff in "You Really Got Me" wird gerne als Startschuss des Hard Rock bezeichnet, die Kinks gelten als Urväter von Punk und Britpop, ihre Live-Auftritte waren schlicht einzigartig.

Doch der Reihe nach: Die "British Invasion" Mitte der 60er spülte eine Reihe von englischen Bands in die weltweiten Charts. Unter ihnen The Who, die Beatles, Cream, die Rolling Stones - und eben auch die Kinks. Gleich mit ihrer dritten Single "You Really Got Me" gelang den vier Jungs aus Nord-London der Durchbruch. Wie schon bald klar wurde, sollte das nicht der einzige Welthit der Band bleiben: "Tired of Waiting for You" (1965), "Sunny Afternoon", "Dandy" (beide 1966) oder "Lola" (1970) machten die Kinks zu Top-Sellern.

Aber nicht nur dank ihrer Musik wurden die Briten zu Musik-Legenden - wie es sich für eine gute Rock-Band gehört, setzte es auch eine Reihe von Skandalen. Für diese sorgten vor allem die zwei Davies-Brüder. Zwischen Ray, seines Zeichens auch Songschreiber der Formation, und Dave entstand über die Jahre eine regelrechte Hassliebe, die bis heute anhält. Dave eckte aber auch mit anderen Band-Mitgliedern an - und das auch gleich so richtig öffentlichkeitswirksam: 1965 lieferte sich der jüngere Davies-Bruder mit Schlagzeuger Mick Avory eine Bühnenschlägerei bei einem Auftritt im walisischen Cardiff. Besonders Kurios: Avory zeigte Davies daraufhin wegen Körperverletzung an, blieb der Band aber noch weitere 19 Jahre erhalten.

Für Dave Davies aber nicht der einzige Aufreger im Laufe von 65 Jahren gelebtem Rock: In seiner Autobiografie outete sich der Gitarrist und Sänger als bisexuell, er hat acht Kinder mit verschiedenen Frauen (genaue Anzahl unbekannt), 2004 erlitt er einen Schlaganfall. Das alles hält den Vollblutmusiker aber nicht davon ab, eine Reunion der Kinks zumindest in Betracht zu ziehen - zumal sich die Rock-Legenden ja auch nie offiziell aufgelöst haben. "Ich würde mich nie mehr mit Ray (seinem Bruder, Anm.) in ein Aufnahmestudio setzen - das wäre eine Tortur. Über einen Live-Auftritt kann man aber reden", verlautbarte Davies 2007. Vielleicht erweicht der 65. Geburtstag den Jüngeren der Brüder ja endgültig - die Musikwelt würde es ihm mit Sicherheit danken.



 

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