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Honzis Kochtopf ...

Sylvestermenü

Zerscht gibts a Paprikaschaumsupperl:
roten Paprika klein schneiden, in Butter anschwitzen, einen kleinen rohen Kartoffel dazu, salzen, pfeffern, mit Wasser aufgießen, köcheln lassen.
Wenn weich, Creme Fraiche dazu, mixen dass spritzt,....mhhh
eventuell a Petersielblattl eini und a Bazerl Schlagobers....schaut glei teurer aus!!
Dann poschierten Lachs, auf Blattspinat mit Raschlkartofferl.....
Fisch (gfrorn, ca. € 5,- ned den billign nehmen!!)in kochenden Sud mit Essig, Zwiefi, Gemüse..??Lorbeer etc. garen.
Spinat auftaun, nur in Butter schwenken!! Kartofferl schälen, eh klar in Salzwasser kurz aufkochen, dann in a Pfann uns mit Butter ins Rohr.
Wanns raschln, sans goa.
Schaun, dass oiss gleichzeitig fertig wird...Schmatziguttifeini....des schmeckt.
Ajo, Nachspeis...am bestn a Eis sonst fallt ma nix ein.
Mitternacht gibts dann Bismarkhering, mit Sauerrahm, Zwüfi, Gurkerl, Äpfl, Salz, Peffer, Kapern?? kloa gschnittn....hoaßt Heringsalat und an Champagner dazu...
gsuffa wird!
Rutschz gut, oba ned aus!!
euer Honzi



Glückliches Ali-Oli

Als ich meine Tochter (sie ist sechs) einmal fragte, ob sie glücklich sei, sagte sie - ja. Und warum?
Die Antwort war: "Einfach so".
Das hat mir gefallen. So wenig ist nötig, um glücklich zu sein. Kein Mercedes, kein Weihnachtsurlaub in der dominicanischen, keine Festpielkarte um
S 4.000, - kein Haus mit Swimmingpool, keine goldene Rolex, kein Diamanthalsband, höchstens ein Kochrezept von mir.
Und da ist schon eines:
3 mittelgroße, gekochte Kartoffel, mit 6 Knofelzehen, pressen, salzen, mit 2 Eidotter vermischen, 1 Schuß Essig, Zitronensaft, Pfeffern, alles verrühren und gleichzeitig Olivenöl dazu. Langsam. Das Ganze ist eine spanische Vorspeise und heißt Ali-Oli (Ajoli). Schmatziguttiglücki.....
Euer Honzi



Suwetter-Supp'n

So ein Sauwetter! Die Zech’n sind kalt, in den Kragen tropfts hinein und dann falln noch die Autoschlüssel in den Schneematsch.
Da hilft nur ein belebendes Kochrezept vom Meister Honzi – nämlich Krautsuppe!
Wir kaufen einen ordentlichen Krautkopf, weiß und dann beginnen wir zu schnippeln(erst vierteln und dann so dünn wie möglich).
Doch vorher haben wir schon eine mords-große Zwiebel geschnitten und diese in etwas Öl in einem großen Reindl angeschwitzt, daß die Tränen spritzen. Ja, ja, so soll’s sein!!
Dann nehm ich für meine Krautsuppe immer ein paar Meter Kabanossi, doch da kann man kreativ sein und reintun was einem am Besten schmeckt (Debreziner z.B.).
Also die kleingeschnittene Wurst in den Topf, Knofel dazu, anrösten und dann das Kraut hinein.
Fleißig rühren, damit es z’ammfällt, natürlich den Kümmel nicht vergessen, auch ein oder zwei Suppenwürfel wirken Wunder, Salzen und Pfeffern nach Gefühl.
Übrigens, wir kochen immer mit Gefühl, ja man könnte sagen, wir mach alles mit Gefühl.
Das wär doch was, oder? Morgens mit Gefühl aus dem Bett, mit Gefühl gefrüüühstückt, den ganzen Tag auf die Gefühle achten, usw...........na, jetzt wird’s sogar mir zu Gefühlvoll!
Wir rühren weiter, gießen mit Wasser auf, decken zu und lassen köcheln.
Es fängt wunderbar zu duften an, wir richten die Teller, servieren mit Brot und wer will kann sich das Supperl mit Sauerrahm oder Creme Fraiche verfeinern.
Sapperlott und Schmatziguttifeini
Euer
Honzi.






Kriminelle Schwammerl

Der Tote lag mit angewinkelten Beinen auf dem Boden der Küche. Auf dem Tisch dampfte noch der Teller mit der Schwammerlsauce. Der Sessel war umgekippt, etwas Edgültiges hatte sich ereignet. " Johann, Johann", rief jemand durchs Haus. Doch Johann rührte sich nicht. Nie mehr würde er antworten, nie mehr würde er die Gräfin erpressen. Doch das wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst am nächsten Tag, als der Doktor als Todesursache - Herzversagen - feststellte, und ich die Reste der Schwammerlsauce im Mistkübel fand, war mir alles klar. Ich wußte von dem heimlichen Verhältnis des Butlers mit der Frau Gräfin, auch, daß die Gräfin die "FN" abonniert hatte. Honzi's Pilzrezept in der 31ten Ausgabe war unterstrichen, das Schwammerlbuch unter "Knollenblätterpilz" aufgeschlagen. Mehr brauchte ich nicht. Ein lauer Sommerabend und ein Flascherl Mouton-Cadet 1982 aus dem Hause Rothschild überzeugten die Gräfin.
Kurze Zeit später verschied ihr Mann (seltsamerweise an Herzversagen) und ein Jahr darauf heirateten wir in aller Stille.
Aber das ist alles schon so lange her.
Kurze Zeit darauf verstarb auch meine geliebte Gräfin an Herzversagen (das mußte wohl in der Familie liegen) und ich war allein in meinem Schloß.
Schwammerl habe ich seither nie wieder gegessen, nur eine Flasche Mouton-Cadet 1982 habe ich noch im Keller.
Also dann, Schmatziguttiknolli...
Euer Graf Honzi




der K&K Infantrie-Marsch

Der einsame Saxophonist Herbi B. spielte unter dem Fenster seiner Angebeteten "O Sole Mio".
Leider haßte Sie nicht nur das Saxophon, sondern auch das Lied.
Nochdazu, wo die Interpretation zu wünschen übrig ließ!
Ein Kübel Wasser beendete das Intermezzo.
Ich nutzte die Chance, meinerseits mein Glück zu versuchen (sie war eine flotte Blondine mit rauchiger Stimme)!
Als be-gnadeter Trommler spielte ich für Sie den Fußmarsch des K&K Infantrieregimentes Nr. 6 (mit einer gefühlvoll improvisierten Einleitung).
Der Mond schien, sie war nicht mehr zu halten und wir marschierten im Gleich-schritt zu mir. Da hatte ich berechnenderweise schon ein paar Schweinsripperl mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Knofel gewürzt. Und weil die Liebe das Leben versüßt, bepinselte ich die Ripperl zusätzlich mit Honig.
Die Lust des guten Essens übertrug sich und - (der Gentleman genießt und schweigt)
Schmatziguttifeini Euer Honzi.





Die Maronenröhrlinge.

Eines der schrecklichsten Dinge, die mir je passiert sind, war, als ich mich im Wald verlief. Es begann schon zu dämmern, die Büsche verloren ihre Konturen, Wind kam auf und die Bäume wiegten sich zu einer unheimlichen Melodie. Huiiiiiii Mich packte die Angst und ich warf mich zu Boden, ein Stoßgebet auf den bebenden Lippen...(So mußten sich damals Hänsel und Gretel gefühlt haben!) -da fühlte ich etwas samtiges zwischen den Fingern und ein wundersamer Duft stieg mir in die Nase. Ja - ein Maronenröhrling! Und dort drüben noch einer. Ich folgte den Pilzen und siehe da, sie führten mich aus dem Wald, wo mich eine hübsche Autufahrerin rettete und mitnahm. Mit einer Pilzsauce bei mir zu Hause - bestehend aus: einer halben geschnittenen Zwiebel, den geputzten und geschnittenen Röhrlingen, mit Butter angeröstet, Petersilie dazu, mit Rahm aufgegossen, gesalzen, gepfeffert - revanchierte ich mich bei ihr. Bei einem Flascherl Steinfeder verliebten wir uns ineinander, heirateten und hatten bald viele kleine "Maronenröhrlinge" miteinander. Und wenn wir nicht gestorben sind, so essen wir noch heute .....Schmatziguttifeine, euer Maronenröhrling Honzi.




Ein Schinkenfleckerl!

Wie schon der Volksmund sagt: ein Schinkenfleckerl kommt selten allein!!
Und dazu kann man nur sagen: Gott sei Dank!!
Denn der Gedanke an nur ein einziges Schinkenfleckerl ist reinster Masochismus. An Schinkenfleckerl kann man nur in großen Mengen denken, und wie dieselben hergestellt werden, das kommt jetzt:
Natürlich werden erst einmal Fleckerl gekocht, in reichlich Salzwasser (nicht zuviel, weil wer weiß, ob die Strompreise wirklich sinken), mit einem Schuß Öl, zwischendurch kosten, und bei richtiger Konsistenz abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken....brrrrrrrr, aber es muß sein.
Wir schnippeln eine Zwiebel klein, wir schnippeln etliche Scheiben Schinken (Toastblock reicht) klein und braten beides in Butter an.Wenn die Zwiebel glasig ist und sich der Schinken krümmt, dann kommen die Fleckerl dazu. Wir rühren kräftig um und pfeffern.
Mein Geheimnis: ich würze noch zusätzlich mit Majoran und frischer Petersilie, die ich schon jetzt im Topf kaufe und ins Beet gebe!! Im Herbst gibt’s dann soviel Petersiel, dass’d eam goaned daressn kannst!
Jetzt zieht verführerischer Duft durch die Küche, ich richte noch meinen rote Rübensalat her (fertig gekocht, nur auspapierln und schneiden), mit Salz, Essig, Kümmel und Öl und dann geht’s los ihr lieben Hausfrauen.........
Schmatziguttifeini, das Mittagsschläfchen ist obligatorisch!!
Euer Honzi
PS.: die einzelnen Mengen überlass ich wie immer ihrer Kreativität und am Sonntag gibt’s Schinkenfleckerl mit Rahm, da lass ich aber den Majoran weg.




Michael Honzak
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