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Gedichte ...

Bär & Bärin.
Erster Preis beim Gedichtwettbewerb 2003 des Gymnasium Christian-Ernestinum in Bayreuth.


Bär & Bärin.

Der Bär spricht zu der Bärin launig,
warum bist‘ heut denn gar so zaunig?
Sei doch zugänglich ein wenig,
weil du weißt, ich bin dein König.

König – na, daß i ned lach‘,
grunzt und brummt die ganze Nacht,
und jetzt, da wärst auf einmal launig,
nix da – i bin und bleib zaunig!

Diesen Zaun schnell zu entfernen,
denkt der Bär, das will ich lernen,
und flüstert zärtlich ihr ins Ohr –
das kommt der Bärin seltsam vor.

Doch eh sie sich‘s versieht, geschieht es,
sie schmilzt dahin, den Zaun verbiegt es,
ganz innig gibt sie sich ihm hin,
dem Meister Petz, als Königin.

Was war es wohl, das sie ließ schmelzen,
so dass es knistert in den Pelzen –
was war’s, das in ihr Ohr sich schlich?
Es war der Satz: ich liebe dich!


1.4.2001







S ganze Jahr.







Der Januar.

Der Wind pfeift eisig, mir ist kalt,
es schneit, ich hoffe bald –
ändert sich die Wetterlage,
obzwar – romantisch, diese weißen Tage,
bin ich doch froh, wenn sie vorbei –
diese Elendsfriererei!

Der Februar.

Noch kälter ist’s, die Welt erfriert,
alles in mir nach Wärme giert,
doch manchmal schon, südlich gewendet,
der Sonne Strahl mich zärtlich blendet,
alles blitzt, der Schnee glänzt hell,
Winter hau doch ab ganz schnell.

Der März.

Im Märzen der Bauer die Rösslein ausbringt,
die Landschaft mords nach Suling stinkt,
die Sonn scheint kräftig auf das Haupt,
nach diesem Winter is’ erlaubt,
im Garten regt sich buntes Blühen,
der Frühling tut sich her bemühen.

Der April.

Narrisch wird das Wetter jetzt,
der Mensch mit Regenschirmen hetzt,
es schneit, dann scheint wieder die Sonne,
im Garten ist die Regentonne –
voll, das Fröschlein laicht,
das ganze Leben ist jetzt feicht.

Der Mai.

Es schlagen aus die Bäume,
es regt sich manches Glied,
die junge Maid hat Träume,
der Hund an seiner Leine zieht,
und überall regen sich Triebe,
romantisch nennt sich sowas – Liebe.

Der Juni.

Endlich bist du da, Ersehnter,
du seit Wochen schon Erwähnter,
letzter Monat Schulbetrieb,
ach wie haben wir dich lieb,
denn das schönste an der Schule kummt,
die Ferien...der Reim verstummt.






Der Juli.

Hei, der Sommer der is klass,
es is warm und macht an Spass,
das Bier im Garten rinnt gelassen,
durch der Gurgeln schmale Gassen,
und in der Laube manches Glück,
endet mit dem Stich der Mück.

Der August.

Da krieg ich Lust, im August,
da bin ich heiß, in meinem Schweiß,
da hemmt das Hemd,
sei nicht verklemmt,
da gibt’s Gewitter,
schwules Gezitter –
August –
du machst mir Lust!

Der September.

Im September allenthalben,
entfernen sich die letzten Schwalben,
es wird geerntet überall,
doch plötzlich macht es einen Knall,
dann wird’s finster und es blitzt,
jetzt nur Blitzableiter nitzt.


Der Oktober

Hallo jetzt bist du da, du Herbst,
mir g’fallts, wie du die Blätter Färbst,
und wie noch mal die Sonne scheint,
auf meinen schon verblassten Taint,
nur mit dem Altweibersumma,
brauchs’t ma nächsts Jahr nimma kumma.


Der November.

Im November stirbts sich gut,
beim Begräbnis brauchst an Hut,
Blätter fliegen, Schirm aufgespannt,
jetzt is dahin, die Emmi-Tant,
letzte Wochn is erst g’sterbt,
Gott sei Dank ham mir was g’erbt.

Der Dezember.

Jetzt kommt Weihnacht und es schneit,
es endet alle Grauslichkeit,
alle Menschen schaun beschaulich,
san zu Weihnachten erbaulich,
g’scheider se warn’s ganze Jahr,
fröhlich und z’Weihnacht grauslich – is ja wahr!





Der Busen meiner Geliebten.

Wenn sie lacht, dann wackeln heftig,
ihre Brüste (Tutterln) weil so kräftig,
heben sich im gleichen Takt,
ohne BeHa, weil ziemlich nackt,
springen auf und springen nieder,
klatschen neckisch auf das Mieder,
zwinckern mir mit Warzen zu,
rufen lüstern: „komm her – du!“
Wollen zart gezwirbelt sein,
gezwickt, gesaugt – ahhh – das ist fein,
rufen beide im Duett:
„Jetzt geht’s los – bring uns ins Bett!“


Der Musiklehrer



Der Lehrer sitzt, kein Schüler kommt,
die Sonne ihn nach draußen lockt,
der Lehrer wartet, wie’s ihm frommt,
mißmutig er im Kammerl hockt.

Dabei hätt‘ er gehofft so viel,
hätt‘ er geträumt, die Welt zu seh’n,
ganz anders dacht‘ er sich sein Ziel,
er wollt‘ auf allen Bühnen steh‘n.

Doch Wahrheit ist oft unbequem,
der nächste Schüler klopft,
ich habe nichts erreicht von dem,
aus dem Aug‘ die Träne tropft.

Da spielt der Schüler voller Stolz,
er hat das Stück geübt,
der Lehrer ist noch nicht aus Holz,
einst hat auch er dies Stück geliebt!

Da schleicht die Freude in sein Herz,
er schmunzelt heimlich und ist froh,
der Schüler greift die falsche Terz,
der Lehrer eilt aufs Klo.



Wunderheilung.

Da war noch die Hermine,
die war ‘ne Esoterik-Biene.
Mit Kristall und Räucherstäbchen,
half Sie manch verspanntem Mädchen,
half auch mir –
die Not war groß,
mein steifes Glied bin ich jetzt los.


Auf der Terasse.

Auf der Terasse.


Sehr gemütlich sitz‘ am Abend,
ich – an einem Wein mich labend,
auf der Terasse – gern allein.
Es läutet - und ich bin zu Zwein.

Man kommt schön langsam ins Gespräch,
man spricht sich aus, ist ganz gemäch,
dann wird’s beziehungsmässig ernst
„dass du vom Leb’n a nix lernst“
„was heisst lernst – und was heisst Leben –
da Meiste geht doch meist daneben!“
Ein Glühwürmchen fliegt grad‘ vorbei
„dir ist doch alles einerlei“
hier widersprech‘ ich konsterniert,
(warum g’rad‘ mir sowas passiert)
„Blumen gegossen, Rasen gemäht,
Hemd gebügelt, Knopf angenäht,
mir ist doch eigentlich nix wurscht“,
(jetzt reimt sich plötzlich nur mehr Durscht),
das nehme ich als Schicksalswink,
hol‘ aus der Kuchl no an Drink,
ich komm‘ zurück,
niemand ist da,
na so a Glück,
i bin alla.





Die Biene



Es blühen die Forsizien,
da fang ich an zu schwitzien,
weil in der Frische, am Balkon,
spürst die Frühlingssonne schon.

I trink a Bierli schau in’d Luft,
und rieche starken Frühlingsduft.
Mein Blick erfasst den Bienenflug,
ich mache einen tiefen Zug.

Und denke mir, du arms Insekt,
du waßt ja ned wias Bierli schmeckt,
arbeitst nur – du Stacheline,
Gott sei Dank bin i ka Biene.






Gedichtörl



Am Abend sitz ich nach dem Weindal,
schön zu Hause, ganz alleindal,
natürlich wärs zu Zweit mir lieberl,
mit einem zarten, netten Wieberl,
doch was soll ich machen jetztert,
wo der Beruf mich ziemlich hetzert,
also bin ich halt alliene,
ohne eine scharfe Biene,
hau mich in die Heiahöpf’n,
und träum von einer Katz mit Zöpf’n!







Michael Honzak
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