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Denkprozess
24. Mai 2005
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| Philosophinnen der Weltgeschichte. Bild:
SN/dtv |
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Das Lesebuch „Ich will verstehen“ erzählt
vom Leben, Kämpfen und Denken der Philosophinnen
von der Antike bis zur Gegenwart.
Die Philosophie ist die wohl subjektivste aller Wissenschaften,
die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Sinn des Lebens,
Stellung des Menschen in der Welt und die Frage des
Seins zu klären.
Zahlreiche Namen von Philosophen, von der Antike bis
zur Neuzeit, sind allseits bekannt. Jeder hat wohl
schon einmal von Aristoteles, Sokrates, Platon, Immanuel
Kant oder Jean-Paul Sartre gehört.
Allerdings gibt es auch Frauen, die ihr Leben der
Philosophie widmeten. Durch die fortschreitende Emanzipation
ist es derzeit nicht unüblich, wenn sich junge
Mädchen für philosophische Fragen interessieren
oder sich für ein Studium der Philosophie entscheiden.
Von frühester Zeit bis ins 20. Jhdt. mussten
Frauen jedoch um Unabhängigkeit, Möglichkeiten
zur Selbstverwirklichung und Bildung kämpfen.
Die Rolle der Frau war streng festgelegt. Sie wurde
einzig und allein als häusliche, sittliche Mutter
gesehen, deren Gedanken in erster Linie um die Versorgung
der Kinder und des Ehemannes zu kreisen haben.
Dies
ist sicherlich der Hauptgrund, warum wir heute so wenig über
Philosophinnen aus der Vergangenheit wissen. Oft wurden
ihre Arbeiten nicht einmal veröffentlicht. Eine
schlaue Dame aus der Romantik veröffentlichte
ihre Texte unter einem männlichen Pseudonym. Sie
war sehr erfolgreich mit ihren Werken. Als jedoch klar
wurde, dass sich eine Frau hinter diesen Büchern
verbirgt, änderte sich das schlagartig. Dadurch
zeigt sich, wie klar die Rollen verteilt waren.
Um uns die wichtigsten Philosophinnen, die die Menschheit
hervorbrachte, näher zu bringen, bemüht sich
Ingeborg Gleichauf mit ihrem im April erschienen Buch „Ich
will verstehen“.
Von Theano von Kroton, der Ehefrau von Pythagoras,
die sich bereits 500 vor Christus der Philosophie zuwandte, über
die vielleicht bekannteste Philosophin, Simone de Beauvoir,
bis hin zur heute lebenden Martha Craven Nussbaum,
zeigt uns die Autorin die Entwicklung der Frauen in
der Philosophiegeschichte auf.
Einige von ihnen hatten es etwas leichter, an Bücher
und Bildung zu gelangen, andere mussten wiederum ihr
Leben lang um ihr Recht zu philosophieren kämpfen.
Männer tauschten sich zwar gerne mit gebildeten
Frauen aus, ging es aber darum, sie zu unterstützen
oder gar zu verteidigen, kehrten sie ihnen meist den
Rücken zu.
All diese Frauen, die im Buch vorgestellt werden,
hatten individuelle philosophische Ansichten und unterschiedliche
zentrale Themen, denen sie sich zuwandten. Doch eines
hatten sie gemeinsam: Sie ließen es sich nicht
verbieten, zu denken.
#doris felber
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