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Wahre Lügen
27. Jänner 2006
Der notorische Lügner Hagen "erlebt" eine
albtraumhafte Reise ins Jenseits. Der Roman "Die
unendliche Straße" von Martin Grzimek.
"Stell
dir vor: Eines Morgens erwachst du und musst erkennen,
dass du eigentlich tot bist. Ein Albtraum oder
bittere Realität?"
Hagen ist ein Lügner, wie er im Buche steht.
Selbst Pinocchio scheint gegen ihn noch eine „ehrliche
Haut“ zu sein. Das Leben ist für ihn relativ
einfach, da er sich mit seinen Lügen aus fast
jeder Situation retten kann. Gerade die Schule bietet
einen idealen Nährboden, um seine Lügengeschichten
noch weiter wachsen zu lassen. Ständig erfindet
er neue Geschichten, um sich vor den anstehenden Schularbeiten
und Tests zu drücken.
Was aber, wenn eine dieser Lügen, bzw. Wünsche
plötzlich wahr werden?
„Wie hoch ist eigentlich dein Fieber, Hagen?“
„58
Grad“, murmelte ich.
Da Hagen jedoch kein medizinisches Wunderkind ist,
das eine Körpertemperatur von 58 Grad überstehen
würde, werden die Leute um ihn ziemlich misstrauisch.
Die Geschichte wendet sich jedoch und Hagen ist auf
einmal wirklich „tot“.
Auf seiner seltsamen Reise erkennt er plötzlich,
dass seine Welt eine einzige Lügengeschichte ist
und die Menschen mit ihm trotz seines Todes noch völlig
normal umgehen können. Mit einem kleinen, jedoch
relativ gravierenden Unterschied: Hagen kann plötzlich
nicht mehr Lügen, er kann sich nicht mehr bewegen
- und seine Augen sehen dennoch, wie die Umwelt auf
ihn reagiert.
Außergewöhnliche Zeichnungen ergänzen
die in der Fantasie durchspielten Szenen in Martine
Grzimeks "Die unendliche Geschichte" sehr schön
und lassen den Leser darüber nachdenken, wie oft
man selbst eigentlich schon gelogen hat, um sich das
Leben einfacher und gemütlicher zu machen. Ist
es wirklich so falsch? Würde man ohne Lügen
denn viel weiter kommen?
#roland lindner
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