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Oktoberfest-Exkursion:
Tag 2
2. Oktober 2003
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| Die Kampfszene zwischen den Hauptdarstellern
Bild: SN |
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Neuer Tag, neues Glück: Nach einem (halb-)ausgiebigen
Frühstück, viel Kaffee und dem Austausch diverser
"Big Lebowski"-Zitate machen wir uns am nächsten
Morgen wieder auf in die Stadt, diesmal mit dem Auto.
Da Freitag ist, ist das Bierzelt schon wesentlich voller
als gestern. Wir setzen uns, um erstmal abzuklären,
was gemacht werden muß, und bestellen zwei Maß
für unser vierköpfiges Team. "Diese Produktion
ist so billig, daß wir nicht einmal zusammen anstoßen
können," witzelt Jean-Luc.
Der heutige Dreh ist wesentlich anstrengender - die
Menschenmassen machen uns das Leben nicht gerade leicht.
Insbesondere die Kamerafahrten durch das Zelt sind problematisch:
Während Jean-Luc rückwärts durch die
engen Gänge zwischen den Bierbänken geht,
versuche ich, ihm den Weg zu bahnen und alle Besucher
und Kellnerinnen zumindest für einen Moment beiseite
zu schubsen. Nach einigen Versuchen zeigt sich, daß
man für ein solches Unterfangen am besten derart
penetrant und laut "Vorsicht! Beiseite!" schreit,
als würde man hochexplosives und toxisches Material
durch das Zelt transportieren.
Vor dem Eingang zum Löwenbräuzelt drehen
wir eine kleine Kampfszene, die sich in Doggs Kopf abspielt:
Als Tak versucht, ihm einzureden, daß er die Finger
vom Alkohol lassen soll, findet sich Dogg plötzlich
in seiner Einbildung in einem Kung-Fu-Kampf mit seinem
Freund wieder. Der Kampf sorgt nicht nur für interessierte
Blicke seitens der Besucher, sondern auch für das
zackige Auftreten eines Sicherheitsbeamten. Abgesehen
davon, daß bei einem Take Dougs Fuß an Yukis
Kopf knallt, weil entweder der Fuß zu niedrig
fliegt oder Yuki sich nicht rechtzeitig duckt, bleibt
der Schaden aber eher materieller Natur: Dougs Hose
reißt im Schritt und wird ab sofort nicht mehr
in Nahaufnahmen gezeigt.
Spaß haben vor allem die Security-Männer,
die Dogg zum Schluß vor die Tür befördern
sollen. Viel schwieriger ist die Szene davor, in der
Yuki auf die Bühne klettert und in das Mikrophon
spricht - weil die Band keinen Spaß versteht,
ist es beinahe unmöglich, eine vernünftige
Aufnahme hinzubekommen. Überhaupt hat sich die
Band innerhalb der letzten zwei Tage bei uns nicht besonders
beliebt gemacht: Dauernd müssen wir Aufnahmen unterbrechen,
weil die böse Blasmusik einsetzt.
Die letzten Einstellungen drehen wir unter Zeitdruck,
weil Doug um sieben in einem Münchner Club singen
muß. Ungeachtet der Menschenmassen, die ein vernünftiges
Bewegen mittlerweile unmöglich machen, und der
Tatsache, daß die mitgeschleppten Rucksäcke
schon dreiundachtzig Tonnen wiegen, schaffen wir es
irgendwie, alle Szenen abzudrehen, und machen uns halbtot
auf den Rückweg. Allen Gesetzen der Logik zum Trotz
habe ich keinen Strafzettel bekommen, und somit sind
wir alle zufrieden, einen der ungewöhnlichsten
Drehs aller Zeiten mitgemacht und überstanden zu
haben.
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Tag 1
#christian genzel
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