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. . . uuuuund Action!
22. September 2003
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| Zum Auftakt gab's Regen in rauen
Mengen. Bild: SN/genzel |
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Frühmorgens im Kunstpark Ost - im Kampf gegen
Regen, Kälte und Passanten, die den dringenden
Wunsch verspüren, ihre Köpfe in jede Einstellung
zu quetschen, arbeitet das sechzehnköpfige Team
an einer Flohmarktszene.
Der Tag beginnt für Produktionsleiter Patrick
Lange schon höchst unterhaltsam, als ein völlig
zugedröhnter Barkeeper empört die Rastalocken
schüttelt und sich lautstark weigert, ihm - wie
am Vorabend ausgemacht - den Schlüssel für
einen Büroraum zu geben, den die Filmcrew als Garderobe
verwenden wollte.
Wenigstens ist das Flohmarkt-Setdesign überzeugend,
bleiben doch alle paar Minuten kauffreudige Menschen
am Stand stehen, um die dort aufgestellten Kameras zu
inspizieren.
Es dauert ein wenig, bis alle herausgefunden haben,
wer wofür zuständig ist. Bei den Schauspielern
ist das noch einfach: Alle, die bei dem Ruf "Action!"
noch vor der Kamera stehen bleiben, gehören wohl
auch in die Szene. Bis es aber soweit ist, daß
die erste Einstellung gedreht werden kann, vergehen
einige Stunden, in denen Maske und Kostüm die drei
Darsteller herrichten, das Aufnahmeequipment aufgebaut
wird und Eisha mit uns die Szene durchspricht.
Die ersten Takes verlaufen noch eher unzufriedenstellend
- es dauert ein wenig, bis sich die Akteure warmgespielt
haben. Eisha unterbricht immer wieder, um die drei beiseite
zu nehmen, Änderungen vorzuschlagen.
Ich spreche mit Ausstatter John, den ich zunächst
für einen Schauspieler gehalten habe. Er zeigt
mir die beeindruckende Kollektion von Fotoapparaten,
die in der Szene zu sehen ist, und schmunzelt, weil
fast alle der teuer aussehenden Geräte eigentlich
defekt sind. Das Prunkstück der Sammlung, eine
alte Kamera von 1938, funktioniert allerdings tadellos
und wurde von ihm selbst beigesteuert. Jean-Luc, der
nicht nur wie ein Schauspieler aussieht, sondern tatsächlich
einer ist, zeigt sich unbeeindruckt und erklärt
mit unbewegter Miene, er werde versuchen, diese Kamera
als erste zu verkaufen.
Für jede Einstellung werden ungefähr fünf
bis zehn Takes gedreht. Immer wieder müssen eigentlich
gute Momente noch einmal gespielt werden, weil sich
Schaulustige und Orientierungslose ins Bild drängeln
und mit knautschigen Gesichtern in die Kamera starren.
Besonders problematisch ist eine Einstellung, in der
die Kamera über den Flohmarkt flaniert, um dann
auf die Darsteller zuzugehen, die sich die Auslagen
eines realen Standes ansehen. Eine kleine Frau schiebt
sich penetrant-enthusiastisch in das Blickfeld und jubiliert:
"Morgen sind wir alle berühmt!". Unbeirrt
versucht das Team, den Take fertig aufzunehmen, aber
nachdem die Ruhmsüchtige mehr Durchhaltevermögen
zeigt als Michael Dudikoff, bricht Eisha ab und grinst:
"Wrong actress".
Der Dreh dauert länger als veranschlagt, über
die angesetzte Mittagspause hinweg: Erst um halb drei
können wir den Drehort verlassen, um uns wohlverdient
die filmrollengroßen Löcher im Magen zu füllen.
Die Überraschung des Tages folgt auf dem Fuß,
als wir an der zweiten Location ankommen: Der Eingang
des Hotels "Deutsche Eiche", wo Tourist Ron
zum ersten Mal das Paar Bernie und Julia trifft. Kaum
ist die Kamera aufgebaut und die Szene hergerichtet,
überrascht uns ein Regenguß, der weitere
Aufnahmen unmöglich werden läßt. Nach
einigen Minuten des Wartens seufzt Eisha: "It's
a wrap". "It's Drehschluß," fügt
Patrick schulterzuckend hinzu und macht sich daran,
den Drehplan umzuarbeiten.
#christian genzel
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