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Rio-Blog 2.0
18. Februar 2006
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| Auf dem Weg zum Zuckerhut lernte
Anita die brasilianische Bürokratie kennen. Bild:
SN/epa |
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Brasilien-Blog Reloaded: FRITZ-Mitarbeiterin Anita
studiert ab März ein Jahr in Rio de Janeiro.
Das wahre Abenteuer begann allerdings bereits zuvor
in Wien.
Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass junge
Menschen über die Hürden der Bürokratie
schimpfen. Ich kann nun mit Fug und Recht behaupten:
Ich habe allen Grund dazu! Die für das Visum benötigten
Dokumente zu organisieren war grundsätzlich nicht
so kompliziert - deren "Legalisierung" schon.
Dabei wird nämlich bestätigt, dass die Kopie
eines Dokuments mit dem Original übereinstimmt.
Funktioniert also schlecht bei Originalen. Der Fachausdruck
für die gewünschte Bestätigung ist "Überbeglaubigung".
Dabei wandert das Dokument von einer Amtsebene zur
nächsten, jeder "klatscht" einen Stempel drauf
und bestätigt damit, dass die Unterschrift seines
Vorgängers in Ordnung ist. Bezahlt wird pro Stempel
- jeweils zwischen fünf und 17 Euro.
Zu kompliziert? Veranschaulichen wir das Ganze mit
einem Beispiel. Mein Meldezettel wurde in meinem Heimatort
ausgedruckt, wo ihn der dafür Zuständige
unterschrieb. Dann ging der Wisch in die Bezirkshauptmannschaft
und von dort nach Innsbruck. Nach Wien ins Außenministerium
durfte ich ihn dann selbst tragen. Dieses ist für
die "Endbeglaubigung" zuständig.
Das Dumme an der Sache: Die Zuständigen sind
nicht zwangsläufig darüber informiert, dass
sie zuständig sind. In den letzten zwei Wochen
gondelte ich also drei Mal nach Wien, um mir anhören
zu können, dass der Falsche unterschrieben hätte.
Meine Odyssee gipfelte vorletzten Dienstag in der brasilianischen
Botschaft, als mir der höchst sympathische Herr
am Schalter freudestrahlend erklärte, meine Dokumente
wären zwar alle in Ordnung - der Brief aus Rio
sei aber leider ungültig, da offensichtlich jemand
auf den Stempel vergessen habe. Normaler Postweg: Mindestens
zehn Tage . . .
Einen tränenreichen Wutanfall und einige Anrufe
später entspannte sich die Lage. Meine Professorin
hörte sich eine halbe Stunde lang das Geschwafel
des Vizekonsuls an - wo er nicht überall studiert
hätte und welche Probleme er da nicht gehabt hätte
mit seinen Visa . . .
Letztlich drückte er ein Auge zu und so halte
ich nun mein Visum in Händen. Brasilien, ich komme!
Wer Lust hat, mich bloglesenderweise bei meinen Abenteuern
in Südamerika zu begleiten, kann das demnächst
auf der FRITZ-Internetseite tun. Viel Spaß!
#anita klingler
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