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Olympia-Gedanken
16. Februar 2006
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| Hoppala: Neben sportlichen Missgeschicken sorgen
auch Kommentare für Ärger. Bild:
SN/epa |
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Dabei sein ist alles - oder geht es doch nur ums Gewinnen?
Von neidischen Konkurrenten und unsportlichen Kommentatoren.
Ja! Österreich fühlt sich zu Recht
als Alpinski-Nation nummero uno. Unsere kleine
Republik ist zu einem - unübersehbaren
- Teil von den Alpen dominiert, unsere Skifahrer sind
einfach seit jeher stark (von Sailer bis Klammer,
von Moser-Pröll
bis Maier) und gewinnen gehört zur österreichischen
Skifahrer-Tradition! Und wohl nur hierzulande
geht die Euphorie so weit, dass sogar eigens Online-Computerspiele
entwickelt und fanatisch gespielt werden.
Im
Skifahren sind wir also wer und zumindest a bisserl
respektieren könnten sie uns dafür . .
.
Die Deutschen zum Beispiel: Da sagt doch glatt der
peinliche Waldemar Hartmann aka "Waldi" nach
der von Antoine Deneriaz in überlegener Manier
vor Michael Walchhofer gewonnenen Herrenabfahrt am
Abend im Deutschen Fernsehen so oder so ähnlich: "Die Österreicher
freuen sich gar nicht richtig über Silber (grins)
. . . denn der Seeger und der Assinger meinen
sonst immer: Schon wieder elf Österreicher
unter den besten zehn!"
Dabei läuft dem
der Sabber aus den Mundwinkeln und er lässt
seine Zunge einem Pornostar gleich lasziv ekelhaft
in seinem Mund hin und herschnellen. Was soll man
da sagen? Vielleicht das selbe, das Assinger entgegnete: "Waldi,
i glaub', du host
Probleme beim Rechnen . . ."
Liebe Deutschen: Lasst's uns halt
wenigstens die Freude (und das Leid) beim Skifahren,
wir haben sonst (fast) nichts - und wir dürfen
auch im Sommer nicht bei euch Fussballspielen!
Doch damit nicht genug ... Zwei Tage später
wird der gesamte Kommentar zu Deneriaz' Fahrt der
beiden genannten heimischen
Rennschreier im deutschen Fernsehen gezeigt und
als die zwei Minuten vorüber sind, meint der
deutsche Reporter: "... Tja (schmunzel) ...
so ist eben der Sport!“, und denkt sich wohl: "Das
haben die (Österreicher) noch nicht begriffen."
Nein, ich will nicht über die deutschen Reporter
jammern, sondern allgemein mal fragen, ob die Leute
vor dem Fernseher auch nur annähernd so dreist
drauf sind wie ihre Berichterstatter. Am Vorabend
zur Nordischen-Kombinationsmannschaftswertung sitzen
alle österreichischen Kombinierer beim Interview
und plötzlich kriegt Oliver Polzer (der Mann,
der immer "ob" sagt) die Meldung rein, dass
die Norweger wegen Krankheit nicht teilnehmen können.
Ob seiner Erregung fragt er gleich, ob sie (die Österreichischen
Kombinierer) sich darüber freuen würden (hihihi)
. . .
Mehr brauchst nicht mehr! In einer Welt, die
sich nicht um eine gesamtsportliche Leistung dreht
(denn dazu gehört vermutlich auch eine gewisse
Geisteshaltung), sondern nur um Medaillenstatistiken,
wären die
Sportler wohl aufgesprungen und hätten zum Moderator
gesagt: "Jawoi! Danke für die Info! Super
von dir, echt danke, voi geil!" Aber in einer
solchen Welt sind Olympiasieger nicht zuhause. Und
so wünscht einer der Jungs stellvertretend für
die anderen den Norwegern gute Besserung . . . -
und im Endeffekt hat's ja dann - dank überragender
Leistung unseres Teams - sogar noch geklappt mit
Gold.
Ja,
man darf ja ruhig auch mal kurz enttäuscht
sein, wenn man mitfiebert und es klappt halt dann
doch nicht ganz. Ja, man darf auch mal kurz neidisch
sein und für
einen Moment lang hadern mit dem Schicksal, welches
gar nicht das eigene ist . . . - und man soll
sich freuen und jauchzen und frohlocken, wenn’s
gut geht und man sich so besser fühlt. Aber
irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht - und die
Berichterstatter schaffen es doch tatsächlich,
mit ihren Empfindlichkeiten und feuchten Tagträumen
von den grandiosen Leistungen der Sportler so weit
abzulenken, dass man als Daumendrücker
vor dem Bildschirm diesen (Daumen) nur noch zum Ausschalten
des selbigen (TV-Schirms) verwenden möchte .
. .
Doch im Endeffekt werden alle ihre Sieger
haben - lassen wir also den olympischen Gedanken weiterleben
. . .
#robert innerhofer
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