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Echte Heldentaten
10. Februar 2005
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| Dauerbrenner in Neufassung: Odysseus'
Abenteuer. Bild: SN/dtv |
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Bernard Evslin hat "Die Abenteuer des Odysseus"
in moderner Sprache mit viel Witz und Charme neu verfasst.
Die Geschichte des Odysseus ist ein langes Abenteuer.
Zehn Jahre schlug er sich im Kampf um Troja und genauso
lange brauchte der Held, um endlich wieder nach Hause
zu kommen. Das Heldenepos beginnt bei der Heimreise
Odysseus' zu seiner heimatlichen Insel Ithaka. Schwer
gebeutelt durch den langen Krieg, mit zwei Schiffen
und zwei völlig erschöpften Mannschaften,
tritt Odysseus die Reise an und muss im Laufe der Geschichte
allerlei Abenteuer bestehen, bei denen nicht nur Muskelkraft,
sondern auch Verstand gefragt sind.
Odysseus Unglück - so möchte man meinen -
beginnt, als er mit seinen Schiffen an der Insel der
Kikonen vorbeifährt und beschließt, sie anzugreifen.
Der Angriff misslingt, weil sich die Inselbewohner heftig
wehren und so flieht Odysseus mit schwer beschädigten
und leckgeschlagenen Schiffen. Zu seinem Unglück
kommt noch der große Meeresgott Poseidon hinzu,
der von Odysseus schlimm beleidigt wird und ihm seitdem
die Heimreise tüchtig erschwert.
So wird der Held mit seinen Kriegern an eine Insel
gespült, wo er es mit riesigen Zyklopen zu tun
bekommt, die Odysseus aber mit Einfallsreichtum zu schlagen
weiß. Aber auch die Küste der baumgroßen
Menschenfresser birgt schreckliche Gefahren . . .
Doch nicht nur blutrünstige Abenteuer sind zu
bestehen, sondern auch liebreizende Damen gilt es in
dem Epos zu besiegen. So kommt die stark angeschlagene
Mannschaft zu einer Insel, wo die zauberhafte Göttin
Kirke wohnt. Diese verwandelt Odysseus' Matrosen in
Schweine und einzig der Held weiß mit einer großen
Portion an List und Verstand die verfahrene Situation
wieder zu retten.
Im Laufe der Geschichte, muss Odysseus noch den
wunderschönen Sirenen wiederstehen, die ihn mit
ihrem hypnotischen Gesang vernichten wollen. Oder auch
den Meeresunwesen Skylla und Charybdis muss Odysseus
die Stirn bieten, bis er endlich nach zehnjähriger
Reise ausgezehrt und erschöpft seine alte Heimat
erreicht und dort seine allerletzte Prüfung bestehen
muss . . .
Bernard Evslin hat den Abenteuern Odysseus
mit einer modernen Sprache neues Leben eingehaucht und
einen starken, selbstbewussten Helden gezeichnet, der
alle Attribute besitzt, die ein Draufgänger haben
muss. Er schlägt sich mit Hartnäckigkeit,
List und Kraft durch die Geschichte und verliert dabei
nie sein Ziel aus den Augen.
Ein wahrer Held also, der für jede Situation beneidenswerten
Mut aufbringt und manchmal sogar ein wenig über
das Ziel hinausschießt. Aber das macht Odysseus
auf der anderen Seite auch menschlich und liebenswert.
Es ist überhaupt so, dass griechische Mythen und
Sagen niemals an Charme und Witz verlieren. Sie bleiben
immer modern und spannend, einfach weil sie an Zauber
und Fantasie oft nicht zu überbieten sind. So
auch Bernard Evslins "Odysseus", der Abenteuerfreunden
ab 10 Jahren wärmstens zu empfehlen ist.
#renate bernarello
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