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Guter Bösewicht?
2. April 2005
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| Artussage einmal anders: Mordred,
Sohn des Artus. Bild:
SN/dtv |
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Wird man schon als Mörder geboren? "Mordred,
Sohn des Artus" sucht in der Fantasywelt rund um Camelot
die Antwort. Das Ergebnis geht unter die Haut.
Weil er der König war, durfte er in dieser Sache
keine Gefühle zeigen. Über dem König
kreisten schreiende Möwen und zu seinen gestiefelten
Füßen lagen vierzig nackte Säuglinge,
die noch lauter schrien. Nein, einer von ihnen lag
so still wie der Morgen, die dunklen Augen schauten
starr zu ihm hinauf. Dieses ruhige Kind - es war seines.
Dieses und kein anderes. Er wusste es.
Schweren Herzens überlässt Artus die Kinder
dem Meer, ihr Schicksal scheint somit besiegelt. Und
doch, der kleine Sohn des strahlenden König Artus überlebt.
Wird Mordred seinen Vater umbringen, wie es dessen
Hofzauberer Merlin prophezeit hat? Hat man sein Schicksal
selbst in der Hand?
US-Autorin Nancy Springer schildert die Geschehnisse
rund um Camelot aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel.
In "Mordred, Sohn des Artus" rückt erstmals der
Erzbösewicht ins Zentrum des Geschehens - und
wirkt dabei nicht unsympathisch.
Das Findelkind armer Fischersleute will eigentlich
gar nicht an den Hof, das Meer und die Möwen sind
ihm genug. Mordred liebt seine Mutter, achtet seinen
Vater und genießt das Leben. Doch all das ist
mit dem Besuch der feinen Lady vorbei. Nyneve will
beweisen, dass jeder Herr seines eigenen Schicksals
ist, dass so etwas wie Bestimmung nur ein Gedankengespinst
des Hofzauberers Merlin ist.
Als Mordred als junger Bursch an den Hof kommt, wird
ihm nur Verachtung entgegengebracht. Statt Familie
und Zusammengehörigkeit erfährt er nur Hass,
Angst und Neid. Selbst seine Mutter, die Schwester
(!) von König Artus, ignoriert ihn. Nur Möwe,
die weiße Hündin, die er von Nyneve als
Geschenk bekommen hat, und die feine Lady selbst sind
Mordreds Freunde.
Mit fünfzehn zieht der blaublütige Junge
gen Camelot, wo er seinen Vater kennen lernt. Er bekommt
alles von König Artus: Respekt, Geschenke, Verantwortung.
Und doch, der Vater, den sich Mordred wünscht,
wird Artus nicht.
Erst spät löst Mordred den Wunsch, den ihm
Artus bei seiner Ankunft in Camelot gewährt hat,
ein. Was in dieser Nacht geschieht, lässt Vater
und Sohn sich näher kommen als jemals zuvor und
doch entzweien die Geschehnisse Artus und Mordred für
immer . . .
#dini lettner
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