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Menschenjagd
14. August 2004
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| Machen Gewaltspiele Jugendliche
gewalttätig? Bild: SN/ratzer/md4 |
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Zufall oder Realität? Immer mehr Konsolenspiele
finden den Weg auf den Index der deutschen Prüfstelle
jugendgefährdender Schriften.
Die Zensur mancher Spiele ist nicht einfach nachzuvollziehen
- ähnliches gilt für die Altersbeschränkungen
von Filmen. Es scheint, als würden die Rating-Labels
nach sehr oberflächlichen Kriterien bewertet und
dabei auf die Prüfung des konkreten Inhalts vergessen.
Ausschlaggebend sollte nicht sein, wie viel Blut fließt,
sondern ob das Thema für eine Altersgruppe (un)geeignet
ist.
In David Finchers düstererem Thriller Seven
spielt sich die Gewalt zum größten Teil im
Kopf des Zuschauers ab. Die Inszenierung vermittelt
aber eine authentische Atmosphäre, die nichts für
schwache Nerven ist. Gleiches gilt für Das
Schweigen der Lämmer. Beide Filme - sie handeln
von der Jagd nach einem Serienmörder - sind ab
16 freigegeben. Bad Boys, Last Boy
Scout und andere Actionknaller, die ohne jeden
realen Bezug, meist überzeichnet sind und auf witzige
Weise Gewalt transportieren, hingegen: FSK ab 18.
Auf dem Spielesektor wiederum verblüffte vor allem
die Indizierung von Unreal Tournament und
die Nicht-Indizierung des Klassikers Counter-Strike.
Argumentiert wurde damals haarsträubend: Der Ego-Shooter
Counter-Strike fördere taktisches Geschick
und biete strategische Möglichkeiten in erheblichem
Umfang an. All das fehle Unreal Tournament.
Doch das ist der Punkt: Während Counter-Strike
gerade auf realistische Schusswechsel zwischen Terroristen
und Spezialeinheiten setzt, wirkt das futuristische
Unreal Tournament realitätsfern.
In Manhunt schickt Rockstar Games den Spieler
auf eine makabre Menschenjagd. Die Indizierung begründen
die deutschen Behörden mit exzessiven Mordsequenzen.
Auch wenn der Trend zur Gewaltzensur manchmal so unverständlich
wie unaufhaltsam scheint, ist zumindest den Vorwürfen
zu Manhunt beizupflichten. Gehirn und Blut
spritzen gegen den Bildschirm das Ausmaß der Gewalt
ist schwer zu toppen.
Der Wandel seit den ersten Konsolen bis heute sticht
ins Auge: Was früher nur für den PC erlaubt
war, findet seinen Weg in die Konsolen. Ob davon eine
Gefährlichkeit ausgeht, bleibt trotz Heise-Studie
(Spiele sind nicht gefährlich) strittig.
Nach herrschender Expertenlehre zählt vor allem
das familiäre Umfeld der Jugendlichen.
#stephan kliemstein
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