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Sex & more
27. April 2005
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| Alltagsaufklärung im pocket-Format
Bild: SN/dtv |
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FreundIn, AIDS, Verhütung: Dr. FRITZ hat das
Aufklärungs-buch "Liebe, Sex und mehr"
genauer "untersucht".
Ob Filme, Bücher, Lehrer oder die Dr. Jochen Sommers
dieser Welt: Scheinbar will einem in der Jugend jeder
helfen, vor dem "ersten Mal" über alle
Eventualitäten informiert zu sein. Ob das der-
oder dienige nun will oder braucht, fragt sich selten
jemand. Aber wer sich informieren will, der soll das
machen. Das Jugendbuch "Liebe, Sex und mehr"
scheint dafür geeignet zu sein, also vereinbarte
Dr. FRITZ einen Untersuchungstermin . . .
Die Abhandlung von Christine Wolfrum und Peter Süß
macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Sehr
ansprechendes Layout, peppiges Cover und gute Verarbeitung.
Sofort stürzt Dr. FRITZ sich auf die Inhaltsangabe,
um gleich zu den für ihn interessanten Themen zu
kommen. "Susanne und Sebastian", "Wie
weit wollen wir gehen" oder "AIDS kotzt mich
inzwischen an" (Wie bitte!?) liest er da. Nicht
ganz, was er erwartet hatte. Aber egal, Dr. FRITZ schlägt
erst einmal "Schwanger wirst du nicht alleine"
auf - das war ihm bis jetzt nämlich nicht bewusst
. . .
Dort findet er keine Erklärung, wieso das denn
nicht so sei, sondern ein Tagebuch einer gewissen Gwendolyn:
"10.1.2003. Seit Tagen warte ich auf meine Periode.
Aber sie kommt nicht. Noch nie habe ich sehnsüchtiger
auf diese braunroten Blutspuren im Slip gewartet [
]".
Der Doktor liest noch die restlichen dreizehn Seiten
dieses Kapitels. Doch auch danach weiß er immer
noch nicht, wieso man denn nun nicht alleine schwanger
wird.
Bei dem vorher beschriebenen Kapitel handelt es sich
leider nicht um eine Ausnahme. Die Hälfte des Buches
ist gefüllt mit vollkommen fiktiven Tagebucheinträgen,
Briefen und Kommentaren von Jugendlichen. Fakten sind
in diesen jedoch gleich Null zu finden. Genau wie der
Nutzen für den Käufer (außer vielleicht
so manches Schmunzeln). Die Idee dahinter, also eine
Person zu schaffen, mit der sich der Jugendliche identifizieren
kann, ist sicherlich gut. Doch die Umsetzung ist katastrophal.
Bei einigen Themen wurde wenigstens versucht, das zuerst
fiktiv behandelte Thema genauer zu Beschreiben. Zum
Beispiel Informationen über Verhütungsmittel,
was Liebe denn sei und die Tatsache, das Schwule nicht
krank sind. Der verbleibende Rest des Buches wurde mit
Bildern aufgefüllt. Zu sehen ist darauf aber auch
nichts wirklich Hilfreiches.
Diagnose: Nach genauer Untersuchung muss davon ausgegangen
werden, dass es sich bei "Liebe, Sex und mehr"
um Informationen handelt, die junge Menschen sowieso
in der Schule aufgezwängt bekommen oder einfach
nie wissen wollten. Hochachtungsvoll, Dr. FRITZ.
#manfred jansky
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