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Lern-Boy
21. Juni 2005
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| Game Boy für die Kleinen:
Leap Frogs Leapster. Bild:
SN/leapfrog |
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Spät, aber doch: Die Spielwarenindustrie
schafft mit dem „Leapster“ den Spagat zwischen
tragbarem Videospiel und Lernsoftware für junge
Kids.
Spannend wie ein Actionspiel und lehrreich wie unzählige
Nachhilfestunden – so sollten Lernprogramme sein.
Nachdem viele Firmen Papis PC bereits als geeignete
Plattform zur Verbreitung von Lernsoftware entdeckt
haben, blieb eine vom elterlichen Computer unabhängige
Lösung bisher aus. Bis jetzt . . .
Die Firma „Leap Frog“ entwickelte eine
ganze Serie von Lernspielen, die allesamt auf aktuellen
Technologien basieren und den Kindern spielerisch die
Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben, Sprechen und Merken
vermitteln sollen. Die Palette reicht da von einem
musikalischen Lernwürfel für Babys bis hin
zu einem sprechenden Globus, der zu allen Ländern
die wichtigsten Informationen abgespeichert hat und
sogar Entfernungen berechnen kann.
Eine der interessantesten Anwendungen aus dem Leap-Frog-Angebot
ist der „Leapster“, der äußerlich
einem etwas zu groß geratenem Game Boy Advance ähnelt.
Im Gegensatz zu diesem verfügt der Leapster aber über
ein beleuchtetes und druckempfindliches Display mit
Stift. Aber genau so wie bei seinem großen „Bruder“ besteht
die Möglichkeit, über separate Module die
Lernspielesammlung zu erweitern. Aber trotz all dem
pädagogischen Hintergrund sind auch hier lizenzierte
Helden offensichtlich der Schlüssel zum Erfolg.
Neben Clownfisch Nemo müssen auch Schwammkopf
SpongeBob, die Prinzessinnen Arielle und Cinderella
und sogar Marvel-Superheld Spiderman den Kindern als
Lehrer zur Seite stehen.
Aber hier werden keine Bösewichte gejagt und
schon gar nicht geschossen, sondern die Kids lernen
Rechnen, spielen Memory mit Formen, Reimen und Gegensätzen
oder betätigen sich kreativ in verschiedenen Zeichenprogrammen.
Und diese Lernziele sind jeweils mit den spielerischen
Methoden und Vorzügen eines Videospiels verknüpft.
Der Spieler steuert zum Beispiel einen Hasen über
Baumstämme von einer Flussseite zur anderen (bei
den Eltern hieß das früher „Frogger“)
und versucht, durch das Hüpfen auf Zahlen gleichzeitig
eine Rechenaufgabe zu lösen. In einem anderen
der sechs mitgelieferten Spiele versucht man, mit einem
Eimer Buchstaben aufzufangen, um Worte zu bilden, Groß-
und Kleinbuchstaben zu unterscheiden oder das Alphabet
zu lernen.
Sollten während des Spiels Fragen auftreten,
hilft die Tipps-Taste, und der virtuelle Lehrer erklärt
nochmals die Ziele des Spiels anhand eines Beispiels.
Die Sprachausgabe – die ja einen wichtigen Teil
des Spiels ausmacht – ist gelungen umgesetzt
und die „Lehrer“ sind auch keine faden
und wortkargen Gesellen, sondern unterstützen
mit witzigen und trotzdem lehrreichen Informationen.
Im Gegensatz zur befriedigenden Sprachausgabe hat das
Display wiederum kleine Mängel – die Grafik
wirkt etwas unscharf und erscheint trotz Kantenglättung
sehr pixelig. Andererseits ist der Bildschirm dafür
sehr groß und übersichtlich.
Fazit: Der Leapster überzeugt sowohl vom pädagogischen
Inhalt – eine Lehrerin stand uns bei den Tests
hilfreich zur Seite – als auch vom spielerischen
Gehalt und dem anpassbaren Schwierigkeitsgrad, der
eine Altersgruppe zwischen vier und acht Jahren anspricht.
Wenn schon Videospiele für die Kleinsten, dann
solche!
#michael einböck
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