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Blöde Kuh?!
4. März 2006
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| Im Gegensatz
zu uns würde es in Indien niemand wagen, jemanden
als „blöde Kuh“ zu bezeichnen. Bild:
SN/adita bajaj |
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Indische Kühe haben's gut: Sie gelten im Hinduismus
als heilig. Aber warum? FRITZ-Mitarbeiterin Surina
ist der Sache auf den Grund gegangen . . .
Für Inder schon Alltag, für Touristen immer
noch eine Sensation: Eine herrenlose Kuh, die über
einen indischen Markt trabt und sich ungeniert an einem
Stand mit exotischen Früchten bedient.
Aber halt - eine herrenlose Kuh? Sie muss doch irgendjemandem
gehören! Das tut sie auch - sie gehört oft
illegalen Molkereien oder Bauern, die ihre Tiere tagsüber
in der Stadt herumlaufen lassen, damit sie sich selbst
mit Essbarem versorgen. Meist ernähren sich die
Tiere von Essensresten und Abfall. So gesehen ist die
Kuh dort auch eine Art Müllabfuhr - bei der Verdauung
von Plastiksackerln kann es allerdings zu Problemen
kommen.
Die Verehrung der Kuh hat ihren Ursprung in der indischen
Mythologie: Krishna, ein Gott des Hinduismus, wuchs
bei einer Hirtenfamilie auf, deren Lebensgrundlage
Kühe bildeten. In den Veden, den ältesten
Schriften des Hinduismus, wird die Kuh daher als Mutter,
Erfüllerin aller Wünsche und unantastbar
beschrieben - was heißen soll, dass man sie nicht
schlachten darf. Doch nicht nur heilige Kühe entkommen
der Schlachtbank - die meisten Hindus sind Vegetarier
und töten daher generell keine Tiere.
Gläubige Hindus behaupten heute noch, die Kuh
sei eine Art Mutter, die den Menschen versorge. Was
irgendwie auch stimmt: Kuhmilch dient als Ersatz für
Muttermilch und somit stellt die Kuh zumindest in Bezug
auf die Ernährung eine Ersatzmutter dar. Damit
wäre auch das Schlachtverbot geklärt - wer
isst schon seine Ziehmutter?
Von der Kochkunst und dem Jenseits: Das aus der Butter
gewonnene Schmalz, das Ghee, ist aus der indischen
Küche nicht wegzudenken. Außerdem hat es
große Bedeutung für hinduistische Rituale:
Die Verstorbenen werden nämlich nicht begraben,
sondern mit Ghee übergossen und verbrannt.
In der indischen Landwirtschaft sind Kühe - und
ihre männlichen Pendants - oft auch die einzigen
verfügbaren Zugtiere.
Mehrwert: Die Ausscheidungen der Kühe sind als
Heizmaterial (Dung) und auch für medizinische
Zwecke (Urin) äußerst wichtig.
Heute begegnet man nicht mehr so vielen Kühen
auf Delhis Straßen wie noch vor einigen Jahren.
Die Stadtverwaltung hatte beschlossen, die Tiere aus
der Stadt aufs Land zu treiben. Die Zeit ist also reif
für eine "richtige" Müllabfuhr!
#surina malik
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