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Kampf der Konsolen
27. Mai 2005
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| PS 3 vs. Xbox 360: Wer wird
gewinnen? Bild:
SN/sony, microsoft |
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Nintendo Revolution, Playstation 3
& Xbox 360. Die nächste Generation der Videospielkonsolen
ist für die Schlacht gerüstet.
Microsoft, Sony und Nintendo,
die drei führenden
Hersteller von Spielekonsolen, haben das Geheimnis
um die nächste Generation ihrer High-Tech-Spielzeuge
gelüftet. Nach Microsofts vorgezogener Vorstellung
seiner „Xbox 360“ kündigte nun auch
Marktführer Sony auf der Spielfachmesse E3 in
Los Angeles seine „Playstation
3“ für das nächste Frühjahr an.
Mit der neuen Geräte-Generation und dem Zeitvorsprung
- die Xbox kommt als einzige bereits zu diesem Weihnachtsgeschäft
- hofft vor allem Microsoft auf eine Neuordnung des
Marktes. Nintendo, die Nummer drei, bringt seine „Revolution“ genannte
Konsole ebenfalls erst im Frühjahr heraus.
Was die Nutzung von alten Spielen
auf dem neuen Gerät angeht, geht Nintendo sogar
noch einen Schritt weiter als die Konkurrenz. Über
den integrierten WLAN-Zugang sollen die Nutzer Zugriff
auf tausende Spiele bekommen, die sich seit 20 Jahren
in der Firmenbibliothek von Nintendo angesammelt haben.
Weitere Einzelheiten zu Revolution wurden aber kaum
bekannt.
Mit der technischen Ausstattung der Playstation 3
will Sony seinen Herausforderer noch einmal in die
Tasche stecken. Statt eines Multicore-Prozessors mit
drei Kernen nutzt Sony einen „Cell“-Chip mit
insgesamt neun Kernen, den der Elektronikkonzern gemeinsam
mit IBM und Toshiba entwickelt hat. Die Konsole soll
damit auf eine Leistung von zwei Teraflops kommen,
rund zehn Mal so schnell rechnen können wie ihr
Vorgängermodell und damit theoretisch in die Riege
der Supercomputer aufsteigen. Die hohe Rechenleistung
kombiniert mit einer leistungsstarken Grafikkarte sollen
bei beiden Konsolen realistische Grafikdarstellung
in ganz neuer Qualität bieten und Spiele-Entwicklern
neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Beim integrierten DVD-Laufwerk hat sich Sony für
das neue Format Blu-ray entschieden. Noch streiten
sich zwei Lager von Elektronikkonzernen darum, ob nun
die HD-DVD oder Blu-ray das Rennen als Nachfolgerin
der DVD macht. Beide arbeiten mit blauen statt roten
Laserstrahlen, die eine kürzere Wellenlänge
(650 statt 405 Nanometer) besitzen. Damit können
sie auf der selben Fläche deutlich mehr Daten
unterbringen. Während die HD-DVD eine Kapazität
von 30 Gigabyte besitzt, sollen auf der Blu-ray bis
zu 50 Gigabyte an Daten Platz finden.
Mit der Entscheidung zum Blu-ray-Laufwerk könnte
Sony möglicherweise das zeitliche Manko im Wettstreit
mit Microsoft wieder wettmachen. Die „größte
Schwachstelle der Xbox 360“ ist nach Meinung
von „c't“-Redakteur Hartmut Gieselmann,
dass sie weder Blu-ray-Disks noch HD-DVD abspielen
kann. Beide Formate seien jedoch derzeit nicht viel
mehr als eine Idee, begründete Microsoft-Manager
J Allard die Entscheidung des Softwaregiganten. Laufwerke
und Medien der High-Definition-Formate sollen frühestens
zum Jahresende die alte DVD ablösen.
Während Sony den Marktstart der Playstation 3
nun auf das kommende Frühjahr terminiert hat,
hofft Microsoft auf den zeitlichen Vorsprung seiner
Xbox 360. Microsoft sei fest überzeugt, dass die
erste Xbox die PS2 nur wegen deren damals 18-monatigen
Zeitvorsprungs nicht einholen konnte, schätzen
Branchenbeobachter. Nun soll die Xbox 360 als einzige
Konsole noch zum Weihnachtsgeschäft weltweit in
die Läden kommen. „Es ist in dieser Industrie
ein großer Vorteil, der erste im Markt zu sein“,
schätzt Koichiro Suzuki von der Anlageberatung
Sompo Japan Asset Management Co. in Tokio. „Und
das Weihnachtsgeschäft zu versäumen, könnte
fatal sein.“
Davon lässt sich Sony allerdings nicht aus der
Ruhe bringen. „Wir haben den Vorteil, weltweit
dominant zu sein“, sagt Sony-Manager Jack Tretton. „Der
erste im Markt zu sein hat am Ende absolut keinen Wert.“ Seine
allererste Playstation hatte der Marktführer 1994
auf den Markt gebracht, die Playstation 2 folgte im
Jahr 2000. Vor rund dreieinhalb Jahren war dann Microsoft
erstmals in den Markt der Konsolen eingedrungen. Seither
hat der Software-Hersteller nach Angaben der Wirtschaftsnachrichten-Agentur
Bloomberg insgesamt 12 Mrd. Dollar (9,5 Mrd. Euro)
sowie weitere Verluste von mehr als 2,4 Mrd. Dollar
für die Entwicklung und den Verkauf der Xbox investiert.
#apa/m2e
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