|
Virtueller Grusel(spaß?)
29. Oktober 2004
 |
 |
| Survival-Horror: Bloß Spiel
oder ein bedenklicher Angriff aufs Oberstübchen?
Bild: SN/capcom, konami |
|
 |
 |
Mit "Silent Hill 4: The Room" und "Resident Evil:
Outbreak" werden zwei Kultserien des "Survival
Horror"-Genres fortgesetzt: Makaber und blutrünstig.
Aber auch bedenklich und gefährlich?
Ungeheuer spannend, ungeheuer erfolgreich: Worte, die
die Zombie-Reihe "Resident Evil" am besten
umschreiben. Als 1996 der erste Teil über die Ladentische
ging, brach eine kleine Revolution aus. Das Grauen hatte
einen neuen Namen und ein bis dahin eher unbedeutendes
Genre festigte sich seinen Platz im Spiele-Olymp: "Survival-Horror".
Morbide Schauplätze, abartige Kreaturen und Schockmomente
die dem Spieler das Blut in den Adern gefrieren lassen
sind charakteristisch für Gruselspiele und gleichermaßen
unmöglich wegzudenken.
Als Wegbereiter gilt "Alone In The Dark".
Angelehnt an Romane des Horrorautors H.P. Lovecraft
schuf die Game-Company Infogrames 1992 ein düsteres
und beklemmendes Abenteuer, das in dieser Form neu war.
Ruhige Passagen wurden von plötzlichen Schockelementen
unterbrochen, innovative Kamerapositionen sorgten für
dauernd anhaltende Spannung.
Was Capcom vier Jahre danach entwickelte, sollte den
Gruselfaktor allerdings noch einmal toppen. Mehr noch:
Resident Evil war lange Zeit an Spannung und Gewalt
nicht zu überbieten. Das Intro strotzte nur so
von Blutfontänen und durchs Fenster springende
Zombie-Hunde ließen so manches Herz rasen.
Rechtzeitig zum Start des zweiten Kinofilms lässt
Capcom die virtuellen Toten noch einmal auferstehen.
Wir wissen ja: Wenn in der Hölle kein Platz mehr
ist, kommen die Toten auf die Erde zurück
oder eben auf den Bildschirm. In "Resident Evil-Outbreak"
werden die Einwohner von Racoon City erneut von einem
Virus befallen, der aus ihnen willenlose Zombies macht
- mit nur einer Begierde: Menschenfleisch. Was schlimm
klingt wird von Experten als eher "harmlos" eingeschätzt.
Zwar wurden der neue Resident Evil-Teil und auch das
mit Spannung erwartete "Silent Hill 4: The Room" erst
ab 18 Jahren freigegeben, dennoch ist ein entscheidender
Unterschied zu dem erst kürzlich erschienenen (und
bereits indizierten) "Manhunt" ersichtlich: Während
der Spieler bei "Manhunt" und in Ego-Shootern wie "Soldier
Of Fortune" auf Menschen schießt, sieht man sich
in "Resident Evil" und in "Silent Hill" mit sehr surrealen
Gestalten konfrontiert.
Zudem steht nicht das Töten im Zentrum der beiden
Spiele, sondern vielmehr das Überleben und das
Lösen von Rätseln, die immer wieder in die
Handlung von "Survival-Horror"-Games eingeflochten
werden. Der Spieler bewegt den Protagonisten aus der
sogenannten "Third-Person"-Ansicht. Eine mögliche
Identifikation mit handelnden Figuren scheint hier eher
unwahrscheinlich.
Beide Sequels sind im Grunde unbedenklich. Es scheint
sogar als würde die "Härte" in den
Gewaltdarstellungen im Vergleich zu den Vorgängern
sogar etwas abnehmen.
"Resident Evil-Outbreak" und "Silent
Hill 4-The Room" bleiben spannend, grafisch attraktiv
und haben einige technische Weiterentwicklungen zu bieten.
So kann man beispielsweise in Resident Evil erstmals
mit anderen Überlebenden kooperieren und Gegenstände
und Waffen tauschen.
Fazit: Ungefährlicher Gruselspaß!
#stephan kliemstein
|