|
Sonniges aus Hawaii
25. Februar 2003
 |
 |
| Unsere Frau auf Hawaii, Miriam
Popp Bild: SN |
|
 |
 |
Die Salzburgerin Miriam Popp studiert seit August
auf Hawaii. Bis Mai wird sie uns in wöchentlichen
Erlebnis-Berichten an ihrem sommerlichen Leben teilhaben
lassen.
Hallo liebe FRITZ-Leser!
Hier ist also einmal ein Anfang von meinem "Hawaii-Tagebuch".
Ich hab einfach mal drauflosgeschrieben, da ich keine
Ahnung hatte, wie lang, welcher Inhalt, etc... ;-)
Jetzt hat also bereits mein 2. Semester auf der Hawaii
Pacific University begonnen. Seit August bin ich nun
hier, und um einiges an Lebenserfahrung, wunderschönen
Erlebnissen und "Welt-Kenntniss" reicher *G*.
Ich studiere in Innsbruck Internationale Betriebswissenschaften.
Nach dem Abschluss des 1. Abschnittes muss man für
ein Jahr ins Ausland. Wenn man sich dazu entschliesst,
den Aufenthalt selbst zu organisieren - so wie ich -
ist es einem im Prinzip freigestellt, wohin man geht,
solange man vorher die genauen Kurse (zwecks Anrechnung
hinterher) abspricht.
Warum ich gerade nach Hawaii gegangen bin? Durch ungefähr
100 Zufälle. Mein bester Freund ist ein begeisterter
Surfer und er hat schon lange von Hawaii geschwärmt.
Ich hab's anfangs mehr als Spinnerei abgetan, bis zu
dem Tag als er mich gefragt hat, ob wir denn nicht gemeinsam
hin wollen. Nach der erstaunlich positiven Reaktion
meiner Eltern war also klar: wir gehen im August für
ein Jahr nach Hawaii. Womit ich allerdings nicht gerechnet
hatte: Der Andi hat die letzte Prüfung verhaut.
Sprich, sein 1. Abschnitt war nicht beendet. Also bin
im Endeffekt nur ich in Hawaii gelandet... Und das war
sicher eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen
habe.
Bevor ich gegangen bin, hatte ich so gut wie keine
Ahnung von Hawaii. Ich wusste, es liegt im Pazifik,
muss wunderschön sein, es gibt die Weltmeisterschaften
im Surfen und der Ironman findet dort statt. Damit war
mein Wissen auch schon ziemlich erschöpft. Die
erste Reaktion der meisten, die hören wo ich studiere
ist ungefähr so: "Dort gibt´s im Ernst
eine Uni?" oder "Ah, was lernst' denn dort?
Stroh-Hütten bauen?"
Gleich einmal vorweg: Die Uni hier ist grossartig,
und nicht nur die *G*. Ein bisschen zur allgemeinen
Info: Hawaii besteht aus insgesamt 5 Hauptinseln und
ein paar kleineren Inseln. Die Hauptinsel ist Oahu mit
der Hauptstatt Honolulu, auf der ich wohne und studiere.
Von Insel zu Insel kommt man nur via Flugzeug mit den
Aloha-Airlines, man fliegt so zwischen 15 und 40 Minuten.
Von den insgesamt rund 1.3 Millionen Einwohnern Hawaiis
leben rund 80 % Prozent der Bevoelkerung nur in Honolulu.
Man kann sich also ausrechnen, dass Honolulu mehr einem
kleinen New York mit wunderschönen Wolkenkratzern
gleicht als einem Stroh-Hütten-Dorf.
Die Uni befindet sich in Downtown. Sobald man den Campus
betritt, wird einem bewusst, dass man ohne Zweifel am
mulit-kulturellsten Eck der Welt gelandet ist. Egal
von welchem Land man kommt, man wird immer eine Minderheit
sein. In den Klassen sitzen ca. je 25 Studenten. Wir
haben einmal durchgezählt: im Durchschnitt kommen
diese 25 Studenten aus 15 verschiedenen Ländern:
Schweden, Japaner, Franzosen, Chinesen, Indonesier,
Malayen, Russen, Neuseeländer,.. die Liste ist
endlos. Von manchen Ländern wusste ich nicht einmal,
dass sie existieren. Einer meiner besten Freunde kommt
zum Beispiel aus Guam. Mittlerweile weiss ich, Guam
ist ein Staat Mikronesiens.
Abgesehen vom regulären Stoff, den man auf dieser
Uni wie auf jeder anderen lernen muss, lernt man vor
allem eines: die Welt kennen. Durch die vielen Freund-
und Bekanntschaften die man hier macht, wird man mit
all den verschiedenen Kuluren samt ihrer Eigen- und
Besonderheiten konfrontiert . Das ist nicht nur faszinierend,
sondern etwas, das sonst nirgendwo gelernt oder nachgelesen
werden kann. Richtige Ur-Hawaiianer trifft man uebrigens
selten in Honolulu oder Waikiki, wo ich wohne.
Ich wohne also wie gesagt in Waikiki, in einer 3er-WG
gemeinsam mit 2 Vorarlbergern - damit man zumindest
ein bisschen Heimat hat ; ). Unsere Wohnung ist Luftlinie
ca. 20 Meter vom Strand entfernt, also ganz so, wie
man es sich vorstellt bevor man hierherkommt. Mein Tagesablauf
schaut ungefähr folgendermaßen aus: vor dem
Frühstück gehe ich täglich eine Stunde
runter schwimmen, während der Calvin, unser Lifegurd
auf meinen Rucksack aufpasst. Dann geht's auf zur Uni,
mit meinem Moped. Moped fahren hier ist genial, da keine
Helmpflicht... Ausserdem ist es 24-Stunden am Tag warm
genug um mit Flip-Flops und Badeshorts auf die Uni zu
fahren. Einen Pullover braucht man maximal für
die air-conditioned Klassenräume.
Je nach dem, wieviel gerade zu lernen ist, lernt man
dann meistens noch im Computer-Labor oder im Starbucks-Cafè
;-) . Abends geh ich dann noch eine Stunde laufen (meine
Lieblingsstrecke ist rauf auf den Diamond-Head, wo man
die ganze Zeit am Meer ist, den Surfern zusehen kann
und in den Sonnenuntergang läuft. Abends ist eigentlich
immer was los, sei es Kino am Strand, Konzerte, etc.,
etc. etc. Hier lässt es sich also wirklich leben...."
Bis bald, eure
#miriam
|