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Game-Boy-Techno
29. April 2003
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| Vom Upspeed-Techno bis zu ironisch
piepsenden Songs Bild: SN/endlos.at |
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Musiker aus Wien und New York schickten mit Spielkonsolen
erzeugte Klänge über den Atlantik.
Weit mehr als die entnervenden Soundeffekte der springenden
Installateure oder fliegenden Raumschiffe, die zuweilen
Straßenbahn oder Schulhof zur Low-Fi-Spielhölle
machen, bringen die diversen Klein-Videospielkonsolen
wie Nintendos "Gameboy" mit ihren teils hochwertigen
Klangchips musikalisch hervor - sitzen nur die richtigen
Leute an den Tasten. Am Sonntag, den 27. April, traten
im Rahmen des New Yorker Electronic-Festivals "moving
patterns" talentierte "Gameboy" - Musikanten
in Wien und New York zum zeitgleichen freundschaftlichen
Sound-Match an. Über Internet und Radio wurden
dabei durchaus anhörbare Sounds über den Atlantik
und in den Äther geschickt.
Es traten die "spielgemeinschaft gb vienna"
gegen die "8 bit masters new york" an - in
einem Wettbewerb, in dem es keinen Pokal gab und wo
der Gewinner "immer das Publikum" sein sollte.
Für den Live-Einstieg ins "Ö1-Kunstradio"
bis auf die Sekunde genau durchgeplant, hat die Veranstaltung
in der New Yorker Bar "Openair" zeitgerecht
um kurz nach fünf Uhr Nachmittags begonnen - die
Wiener Videospielmusikfans fanden sich zeitverschiebungsbedingt
um 23 Uhr im Gürtelbogen-Szenelokal rhiz ein. Mehr
als 40 Leute waren in die Bar in Downtown Manhattan
gekommen, ein Besucherstrom, der angesichts der frühlingshaften
Temperaturen bemerkenswert war. Auch das rhiz war gut
gefüllt.
Mit eigenen Sequencer-Programmen und teils an mehreren,
über Kabel synchronisierten Exemplaren der kleinen
bunten Videospielkonsolen sitzend, rangen die Musiker
den Gameboys vielfältige, teils witzige, jedenfalls
überraschend gut klingende Musik ab, die vom Upspeed-Techno
des in New York auftretenden Bitshifters bis zu kokettierend-ironisch
piepsenden Songs auf der gestern ebenfalls präsentierten
neuen CD des Wiener gameboy music clubs, "hot gamboy
music", reichte.
Über einen Live-Mp3-Internetstream - der nicht
immer fließen wollte - kamen die in New York produzierten
Klänge nach Wien und umgekehrt, über die rhiz-eigene
Webcam hatten die Zuhörer im Big Apple - wenn auch
erst nach einer Stunde Konzert - die Möglichkeit,
einen Blick auf das Innere des Wiener Lokals zu werfen.
Diese Übertragung zeigte in typischer Web-Qualität
zwar nicht mehr als schwarze Schatten, half jedoch die
Gleichzeitigkeit des Events in Wien und in New York
zu unterstreichen. Was von Wien aus mehr Vorstellungskraft
benötigte: "Das ist jetzt aus New York?",
fragte einer der rhiz-Gäste sein Gegenüber
- das nur mit der Schulter zucken konnte. Das Gefühl,
mit Wien bzw. New York verbunden zu sein, hatte man
kaum.
Die Moderationen waren weder in Wien noch in New York
für die in den Lokalen Anwesenden durchgängig
hörbar. Moderiert wurde in New York von der Bar
aus, obwohl die Künstler in einem lang gestreckten
Hinterraum auf eine Bank aufgereiht saßen. Das
Mikrofon teilten sich die Musikerin Dorit Chrysler und
Projekt-Koordinator und Co-Kurator von "moving
patterns". Hans Groisz. Groisz erklärte im
Gespräch mit der APA, dass hier "mit den einfachsten
Mitteln" Radio gemacht werde. Für das technische
Set-Up war in New York nur eine Stunde Zeit gewesen,
und Groisz betonte, dass er froh sei, dass alles so
klaglos gelaufen sei. In New York wurden Teile des Konzerts
vom Radiosender WNC aufgezeichnet.
Nach einiger Zeit ging es nicht Wenigen so wie einer
rhiz- Besucherin, die sich schon zum Vorprogramm (Beginn
21 Uhr) eingefunden hatte: "Okay, klingt gut. Aber
nach drei Stunden ist es jetzt wirklich genug".
Nach den Gameboy- Musikanten schickten noch Wiener Musiker
und Teilnehmer am New Yorker "moving patterns"-Festival
Musik aus "echten" Instrumenten über
den Atalantik und auf FM4. Was dann doch eine willkommene
Abwechslung war.
#apa/flash
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