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Fritten-Insider
30. Juli 2005
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| Nicht jedermanns Sache: Arbeiten
in einem Fastfood-Betrieb. Bild:
SN/DPA/dini |
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Das Geschäft mit dem schnellen Essen: FRITZ-
Mitarbeiterin Maria ist der Appetit vergangen. Ein
In-siderbericht von der Fastfood-Front in Paris.
Immer schön lächeln. „Menu XL ou normal,
Monsieur?“ So lautet der erste Satz, den die
teils genervten, teils ge-duldigen Kunden in dem Fastfood-Restaurant
am „Place de Clichy“ in Paris von mir hören.
Geldnot und Neugier haben mich hierher verschlagen.
Seit April verkaufe ich 16 Stunden pro Woche Burger,
Pommes Frites, Cola und Eis in der Nähe vom „Moulin
Rouge“. Neben den Arbeitsbedingungen und den
hygienischen Zuständen waren es vor allem die
zwischen-menschlichen Beziehungen des Personals, die
mich interessierten. Zwischen den vorwiegend männlichen
Managern und weiblichen Angestellten herrscht in der
Regel der „drague“ – ein scherzhaftes
Spiel des „Anmachens“.
Obwohl man während der Arbeit kaum eine Minute
Zeit hat, ein Glas Wasser zu trinken, ein Menü nach
dem anderen abfertigen muss, sich häufig
die Arme an der heißen Burgerlade verbrennt und in unbe-quemen Schuhen
und extremer Hitze die verblei-benden Stunden bis zum Arbeitsende zählt,
gibt es nur den „SMIC“, den französischen Mindestlohn von
6,40 Euro pro Stunde. Dazu kommen jammernde Kunden, die sich zu Recht beschweren,
wenn an einem heißen Sommertag das Cola lauwarm und ohne Kohlensäure
serviert wird. Ihren Frust lassen sie an den Kassierern ab.
Statt Selbstständigkeit ist Gehorsam gefragt: Die Manager entscheiden, wann
eine „Tour de Salle“ (Mistkübel ausleeren, aufkehren, Tische
putzen) gemacht wird. Für einen Abstecher aufs stille Örtchen braucht
man das „OK“ des Chefs.
Von Mülltrennung kann keine Rede sein: Die Müllsäcke werden im
Keller mit einer Maschine zusammengestampft. In diesem „Lager“ befinden
sich auch ein Tiefkühlraum und Regale für die in Plastik verpackten
Sandwiches, Saucen, Salate und Bier. Noch eine Etage tiefer sind die Umkleideräume
mit Klo, Dusche und Spinden sowie das Büro des Direktors. Auch so manche
Maus hat dort ihr Zuhause. Mausefallen helfen nur wenig gegen die hartnäckigen
Nager, die sich an heruntergefallenen Fritten und Brotresten laben. Auch eine
Kakerlake habe ich schon über den Tisch kriechen sehen.
Seitdem ist mir der Appetit vergangen. Stress, Hitze
und die Reibereien mit den Mitarbeitern haben mich
schließlich dazu bewogen, den Job zu kündigen.
#maria wimmer
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