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Wahre Freunde
28. Februar 2006
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| Feunde helfen über
viele Probleme hinweg. Bild:
SN/bilderbox |
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... oder: Das Gefühl, dass du die
Welt auch an schlechten Tag en nicht alleine bezwingen
musst.
Wer kennt sie nicht, diese speziellen Tage? Zuerst
steht man mit dem falschen Fuß auf
und dann zielt man beim Schminken mit enormer Sicherheit
in das Auge und nicht drum rum. Wenn man solche Dinge
als Warnung erkennen würde, würde man auf
der Stelle wieder ins Bett gehen und es erst nach 24
Stunden wieder verlassen . . .
Ich erkenne solche Warnungen nicht und mache
mich deshalb schnurstracks auf den Weg zu meiner Prüfung.
Diese verläuft dann natürlich
nicht so wie gewünscht . . .
Aber solche
Kleinigkeiten verkrafte ich ja noch. Erleichtert
darüber,
meine letzte Prüfung
für dieses Semester hinter mir zu haben, glaube
ich fest daran, dass jetzt nichts mehr passieren
kann. Denkste! Genau jetzt schlägt das Leben
unbarmherzig zu und macht dir klar: Es kann noch viel
mehr passieren - im Augenblick vor allem Negatives.
Und die eigene Welt bricht zusammen - wieder einmal.
Ich brauch also dringend jemanden, bei dem ich mein
Herz ausschütten kann. Die einzige Person,
die mir da im Moment einfällt, der hab ich letzte
Woche Sachen gesagt, die ich besser nicht gesagt hätte
- aber egal, probieren kann ich es ja . . .
Und dann höre ich auch schon ein erlösendes
"Hey, komm rein". Wie ich vor dieser Tür
gelandet bin, weiß ich allerdings nicht mehr
so genau. Am Anfang denke ich mir, was machst du jetzt
- aber schon kullern die Tränen über die Wangen
und die Schminke rinnt über
mein Gesicht.
Kein Wort darüber, was letzte Woche war - einfach
nur ein "Was ist passiert, erzähl!".
Worte können
verletzend sein, aber sie können dich auch retten.
Und noch ehe ich das dritte Taschentuch vollgeschneutzt
habe, hat mein Gegenüber beschlossen, dass es
voll auf meiner Seite steht. Ich weiß zwar
noch nicht genau warum - aber das ist nicht ausschlaggebend.
Nachdem ich meiner Wut und meiner Enttäuschung übers
"System" Luft gemacht habe, befindet mein Gegenüber
kurzerhand: Wir holen zum Gegenschlag aus. Welche Art
von Gegenschlag ist noch nicht klar und auch nicht
die Hauptsache. Aber dieses "wir", das Gefühl,
dass du die Welt nicht alleine bezwingen musst, ist
einfach nur genial . . .
In solchen Momenten
wird einem klar, wie selten man Menschen
im Leben begegnet, die zu so etwas bereit sind. Und
so komme ich zu der Erkenntnis, dass der Tag trotz
allem etwas Gutes hatte.
#kathrin feichtner
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