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Cross Country
#3
29. Dezember 2005
Nach den Städten im Nord-Osten der USA führt
der Weg von FRITZ-Mitarbeiterin Dini nun gen Westen
zu den National Parks. Hitze und Eiseskälte,
scharfes Chili und der billigste Kaffee meines Lebens,
Prärie und heimisch anmutende Berge....
Tag 5: Wo sind wir? In der Nacht hat der Nationalpark "Badlands"
ja wenig spektakulär ausgesehen, aber jetzt,
in der Morgensonne? Atemberaubend. Auf einer riesigen
Ebene stehen auf einmal Lehm-Sandberge. Die meisten
sehen wie eine überdimensionale Tropf-Sandburg
aus, andere haben rosa Streifen - darüber
hängen dichte, graue Wolken. Jenn und ich
klettern aus unserem viel zu kleinem Kinderzelt
(ist gerade bei Walmart in Aktion gewesen und
wer konnte ahnen, dass dieses Zelt sooo klein
ist?) und erkunden die Gegend. Wir könnten
genauso gut am Mond sein.
Am Weg zurück zum Highway trinken wir unseren
billigsten Kaffee: 5 Cent pro Tasse - mehr war
dieses heiße Wasser mit Braunstich auch
nicht wert. Das Frühstück in der Touristenfalle
"Wall-Drug" ist aber nicht schlecht
- Scrambles Eggs and buttered Toast. Das Ambiente
passt auch irgendwie Lucky-Luke-mäßige
Holzschwingtüren, Cowboyhüte auf jedem
dritten Kopf - wir sind scheinbar im wilden Westen
angekommen.
South Dakota erfüllt dann auch alle Western-Klischees.
Scheinbar endlose Prärie neben golden leuchtenden
Getreidefeldern, meilenweit kein Zeichen von Zivilisation
(wenn uns da das Auto eingegangen wäre: danke!),
die Luft flimmert ein bisserl vor Hitze. Fehlt
nur noch Clint Eastwood, wie er auf seinem Pferd
einen Grashalm kaut..
Die Nacht dazu war ein reizendes Kontrastprogramm:
auf einem komischen Campingplatz mit versperrten
Sanitäreinrichtungen - ein bisserl frisch
war's schon um zehn Uhr am Abend, als wir das
Zelt aufgebaut haben, als wir acht Stunden später
die Flucht ergreifen, war alles zu-, an- und eingefroren
- ich inklusive. Ein 65-Cent-Refill-Kaffee an
der nächsten Tankstelle und wir waren wieder
fit.
Tag 6: Bin ich zurück zu Hause? Ist
es schon Winter? Vor uns liegen Hügel mit
Nadelwäldern, davor Seen und dahinter Berge,
alles leicht "angezuckert". Die Luft
wird kälter und klarer je näher Jenn
und ich zum Yellowstone Nationalpark kommen. Dort
erwarten uns neben Bisons und Bären Geysire
und Wasserlöcher in den kräftigsten
und schönsten Farben. Und eine eiskalte Nacht.
Vielleicht hätten wir doch mehr als $ 14,99
in unser Zelt investieren sollen? Isomatten wären
auch keine schlechte Idee gewesen. Für einen
Arktisschlafsack hätte ich in dieser Nacht
viel gegeben. Meiner war für +2 Grad Comfort
gemacht. Die -10-Grad in der Nacht waren also
nicht mehr ganz so komfortabel. Da haben auch
meine 23-Gewand-Schichten nichts genützt.
Tag 7: Nationalpark Grand Teton. Ein Touristentag
wie aus dem Bilderbuch. Auf unserem Programm steht
eine Wanderung zu den Hidden Falls (die Krimmler
Wasserfälle lassen grüßen), weiter
zum Point of Inspiration (wer schon einmal auf
den Schober gestiefelt ist, der weiß, wovon
ich spreche) und dann rund um den Lake Jenny (die
amerikanische Variante vom Fuschl See) - Beach-Girl
Jenn ist wegen der Berge ganz aus dem Häuschen,
ich fühle mich wie daheim.
Diese Nacht waren wir gescheiter. Statt als Eiszapfen
ins Zelt zu steigen, haben wir ein recht gut gewürztes
Chili (ich war nah am Feuerspeien) am warmen Lagerfeuer
gespachtelt - Hitze von außen und innen!
Tag 8: Touristentag Nummer zwei: Salt
Lake City. Ich bin alibi-mäßig 20 Minuten
durch die Stadt gebummelt (nicht wirklich berauschend)
und habe dann die Sonne bei Iced Coffee Toffee
Flavor im Starbucks genossen - herrlich!
Die Nacht sind wir bei Freunden von Freunden von
Freunden von Jenn untergekrochen - ein Bett, fließend
Warmwasser, Kühlschrank und Mirkowelle -
ich glaub', ich bin im Himmel!
Tag 9: Irgendwann am Nachmittag, nach
Tonnen von verschiedenen Frühstücksflocken
(habe natürlich alle sieben Sorten ausprobieren
müssen) ist es soweit, Jenn und ich verabschieden
uns von der Zivilisation und düsen wieder
gen Süden in die wilde Natur - Zion Nationalpark.
Statt verschneiten Wäldern erwarten uns hier
Sand, Sonne, Hitze. So soll Campingurlaub sein!
Wir erreichen Zion irgendwann am späten
Nachmittag - Wochenende - der Campingplatz ist
schon belegt. Grunz. Also wieder zurück,
etwas weiter hinten soll es einen offiziellen
Wild-Campingplatz geben. Jenn ist gar nicht begeistert
von der Idee, wieder einmal ohne gescheite Sanitäranlagen
die Nacht zu überstehen. Nach einem dicken
Lagerfeuer mit gegrillten Marsh-Mallows ist mein
Beachgirl versöhnt - der zweite Busch rechts
hinter unserem Zelt wird Jenns bathroom: "What
a great spot!"
Tag 10: Der Nationalpark selbst ist eine
ziemlich schmale Schlucht, auf deren Grund man
entlang wandern kann. Die Touristenmassen (Wochenende)
haben uns allerdings die Wanderlust genommen,
also haben Jenn und ich unsere Jause schon nach
einem Fünf-Minuten-Marsch auf einem großen
Felsen am Fluss ausgepackt. Zur Abwechslung haben
wir Sandwiches gegessen - das Schaumgummitoastbrot
war erstaunlicherweise noch immer "gut"
- weder härter noch weicher als am ersten
Tag - äußerst suspekt. Aber ok, andere
Länder, anderes Brot.
So, das war's für diesen Blog, der Endspurt
folgt bald: Crand Canyon, Las Vegas, San Diego
und LA samt Hollywood: ein würdiger Abschluss
- aber lest selbst... ;)
#dini lettner
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