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Cross Country #1
1. November 2005
Drei Wochen lang Bur-ger, Highways, Peanut-butter
und jede Menge Kuriositäten. FRITZ-Mitarbeiterin
Dini berichtet von ihrem USA-Trip.
Amerika, das Land der unbegrenzten Dämlichkeiten.
Da bin ich also. 24 Stunden hat's gedauert: Von Salzburg
nach Wien, von Schwechat nach Paris, weiter nach Washington
DC. Kurz vor "10 pm" landet meine Maschine
in Norfolk, nahe Virginia Beach, meinem Endziel: die
Zunge klebt am Gaumen, mein Kopf brummt wie der Flugzeugmotor
und meine Wirbelsäule ist so biegsam wie ein Besenstiel.
Aber immerhin, es ist richtig sommerlich warm, in der
Luft liegt diese süßliche Schwüle, die
man vom Süden erwartet, und die Getränkeautomaten
sind voller Sachen in giftigsten Farben. Aber das ist,
so werde ich nicht viel später erfahren, erst der
Anfang...
Jenn, mein American-Beach-Girl-Roomy, das ich beim
Auslandssemester
in Dänemark kennen gelernt habe, taucht auf
einmal am Gate auf. Wie im schlechten Kitschfilm fallen
wir uns in die Arme und heulen: Haben uns ja stolze
drei Wochen nicht gesehen! (Nach unserem Semester in
Aarhus hat Jenn noch zwei Monate bei mir in Österreich
gewohnt)
Und danach geht's schon ab ins amerikanische Wunderland:
24/7-Shoppen (rund um die Uhr, sieben Tage die Woche
geöffnet), Kühlschränke, die größer
sind als Kleiderkästen, und Autos, deren Räder
in etwa die Größe von Traktorreifen haben.
Die ersten Eindrücke waren schon einmal umwerfend.
Vielleicht war ich einfach nur müde? Anyway, sobald
ich das Bett gesehen habe, war ich schon im Träumeland.
Am nächsten Tag setzt sich die Kuriositätenshow
vom Vortag fort: da gibt's Sandwichbrot, das sich wie
Schaumgummi wieder "luftig macht", wenn man
es beim Bestreichen zu fest zusammengedrückt haben
sollte. Das passiert aber mittlerweile fast nicht mehr,
denn als Ausgleich zu fetttriefenden Burgern, die es
wirklich an jeder Ecke gibt, isst der moderne Amerikaner
auf seinen Schaumgummi-Toast tatsächlich fettfreie
Butter aus der Spraydose (kein Scherz!) - Messer überflüssig,
zweimal Pffft-pffft und fertig.
Überhaupt, das Essen ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Orange-rosa Käse ("Portwine-Cheddar")
aus Plastiktiegerl zu Karotten, die von Maschinen in
kleine Kugerl geschnitten worden sind. Ein paar Cracker
mit - wie könnte es anders sein? - Peanut-Butter,
danach geht's dann zum BBQ. Grillen ist in den Staaten
eine Art Volkssport, nein, fast schon eine Wissenschaft:
die Griller sind elektrisch, zirka eineinhalb Meter
lang und mit hundert Tasten und Rädern ausgestattet,
damit auch ja alles richtig eingestellt werden kann.
Aber, das muss betont werden, der Aufwand lohnt sich:
ich habe noch nie so einen guten Burger gegessen.
Über und unter dem Außen-knusprig-innen-zart-More-than-quarter-pounder-Fleischleiberl
hat Mister Ackerman, Jenns Dad, noch Zwiebel, Tomaten,
Salat, Cocktailsauce, Ketchup, Senf, Pfefferoni und
Gurkerl in das Burgerbrot (ähnlich wie der Schaumgummi-Toast
nur rund) reingeschlichtet - ein ausrenkbares Unterkiefer
wäre von Vorteil gewesen. Wir haben den Burger
aber auch so bezwungen - unbeschreiblich gut!
Untertags hat mir Jenn "ihr Leben" gezeigt:
vom American Breakfast mit Bacon, Pancakes mit Ahornsirup
und Refill-Coffee in ihrem Lieblingscafe am Boardwalk
(die breite Straße direkt am Strand) über
eine Radltour durch einen Statepark (riesiger Wald mit
See, Meeresbucht und und und) bis zum Abhängen
und Beachvolleyball-Spielen am Strand. Planschen im
Atlantik natürlich inklusive. Alles sehr easy-going
da drüben...
Und dann geht's auch schon an die Vorbereitungen für
unseren kleinen Trip: einmal quer durch die Staaten,
von Ost nach West, zwei Wochen lang. Was wir zwei blonden
Kindsköpfe in den ersten Tagen unserer Reise so
erlebt haben, gibt's im nächsten Blog: Washington
DC, ein Profi-Baseball-Spiel mit "coooool' beeeeaa",
Stones-Fans in Chicago und hollywoodreife Polizeieinsätze
auf dem Highway (und wir natürlich Opfer der geldgierigen
Gesetzeshüter)..
#dini lettner
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